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Herz & Kreislauf / Übersicht
Herzinsuffizienz
Wann spricht man von Herzinsuffizienz (HI)?
Jede Minute pumpt das Herz eines Erwachsenen ca. fünf bis sieben Liter Blut durch die Gefäße – bei körperlicher Anstrengung und psychischem Stress oft erheblich mehr. Unter extremer Belastung kann das sogenannte Herzzeitvolumen bis zu 20 Liter erreichen.
Bleibt die Pumpleistung des Herzens unter Ruhebedingungen hinter der vom Körper benötigten Blutmenge zurück, ist häufig eine Herzinsuffizienz (Herzschwäche) der Grund. Bei Herzinsuffizienz-Patienten bekommen Organe und Körpergewebe phasenweise oder ständig nicht genügend Blut und damit auch zu wenig Nährstoffe und Sauerstoff. Ob sich das schwache Herz bei normaler Alltagsaktivität oder vielleicht sogar schon im Ruhezustand durch Luftnot und andere Symptome bemerkbar macht, hängt davon ab, wie weit die Krankheit fortgeschritten ist.
Unabhängig von der Stärke der Beschwerden muss die Diagnose "Herzinsuffizienz" stets ernst genommen werden. Eine Therapie sollte möglichst rasch beginnen, da sich eine unbehandelte Herzinsuffizienz meist mit der Zeit verschlechtert.
Wie wird der Schweregrad der HI unterteilt?
Um den Schweregrad einer Herzinsuffizienz zu beschreiben, verwenden Ärzte rund um die Welt meist das vierstufige Schema der New York Heart Association kurz NYHA-Schema. Die New York Heart Association zu den führenden wissenschaftlichen Vereinigungen von Herzexperten (Kardiologen). Die Einteilung beruht auf den Luftnot-Symptomen und sonstigen Beschwerden wie Erschöpfung, Rhythmusstörungen oder Engegefühl in der Brust.
NYHA-Stadium | Beschwerden |
|---|---|
I | keine Beschwerden, normale Leistungsfähigkeit, kardiologische Untersuchungen zeigen Herzschwäche an |
II | Beschwerden bei alltäglicher Belastung, eingeschränkte Leistungsfähigkeit |
III | Beschwerden bei leichter Belastung, erheblich eingeschränkte Leistungsfähigkeit |
IV | Beschwerden in Ruhe, jede körperliche Belastung bereitet Beschwerden |
Einen ersten Anhaltspunkt für den Schweregrad einer Herzinsuffizienz liefert die Frage, wie viele Treppenstufen oder Etagen ein Patient steigen kann, ohne in Luftnot zu geraten.
Hypertonie (Bluthochdruck)
Haben viele Menschen erhöhten Blutdruck?
Bluthochdruck kann als Volkskrankheit Nummer eins bezeichnet werden. Jeder vierte Österreicher ist betroffen. Das Dilemma: Erhöhter Blutdruck tut nicht weh und wird daher oft zu spät diagnostiziert. Sowohl in der Gesundheitsvorsorge als auch in der Therapie besteht daher großer Handlungsbedarf. Von entscheidender Bedeutung ist es dabei, Belastungen des Herz-Kreislaufsystems rechtzeitig zu erkennen, um ihnen mit den richtigen Maßnahmen entgegenwirken zu können.
Was versteht man unter Blutdruck?
Der Blutdruck ist der in Blutgefäßen und Herzkammern herrschende Druck. Er ist abhängig von der Pumpkraft des Herzens, dem Gefäßwiderstand und dem Blutvolumen. Ist der Druck dauerhaft zu hoch, werden über die Jahre die Blutgefäße geschädigt und es drohen schwere Folgeerkrankungen.
Welche Werte werden bei der Messung angegeben
Der Blutdruck wird mit zwei Werten angegeben, zum Beispiel „120 zu 80“ (120/80). Der erste Wert gibt dabei den systolischen Blutdruck an. Dies ist der höchste Druck, der bei der Kontraktion des Herzens erreicht wird. Der zweite Wert beschreibt den diastolischen Blutdruck, also den, der in der Pause zwischen zwei Kontraktionen besteht.
Wann spricht man von zu hohem Blutdruck?
Ist der Blutdruck anhaltend erhöht, liegt eine Hypertonie (erhöhter Blutdruck) vor.
Kategorie | Systolisch | Diastolisch |
|---|---|---|
Optimal | < 120 und | < 80 |
Normal | 120 - 129 und / oder | 80 - 84 |
Hochnormal | 130 / 139 und / oder | 85 - 89 |
Hypertonie Grad 1 | 140 - 159 und / oder | 90 - 99 |
Hypertonie Grad 2 | 160 - 179 und / oder | 100 - 109 |
Hypertonie Grad 3 | > 180 und / oder | > 110 |
Isolierte systolische Hypertonie | > 140 und | < 90 |
| ||
Die Kategorisierung erfolgt immer nach dem höheren Wert. Beträgt der Blutdruck zum Beispiel 138/92, so liegt eine Hypertonie Grad 1 vor. Grundsätzlich müssen bei der Beurteilung in jedem Fall weitere gesundheitliche Faktoren des Patienten individuell berücksichtigt werden. Die Einschätzung obliegt stets dem Arzt!
Was verursacht einen zu hohen Blutdruck?
Häufig kann die Ursache für erhöhten Blutdruck nicht eruiert werden. In diesem Fall spricht man von primär erhöhtem Blutdruck (Essentielle Hypertonie). Dieser ist meist Folge einer Kombination verschiedener Risikofaktoren.
Bei der Sekundären Hypertonie liegt dem Bluthochdruck eine andere Krankheit zugrunde. Hier kommen beispielsweise chronische Nierenleiden, hormonelle Störungen oder Arterienverkalkung (Atherosklerose) in Frage. Auch kann es im Verlauf einer Schwangerschaft zu Bluthochdruck kommen (Schwangerschaftshochdruck).
Welche Risikofaktoren führen zu Herz-Kreislauferkrankungen?
Beispiele für Risikofaktoren:
- Familiäre Neigung zu erhöhtem Blutdruck, Schlaganfall oder Herzinfarkt
- Übergewicht
- Höheres Lebensalter
- Rauchen
- Diabetes
- Alkoholmissbrauch
- Fette, salzhaltige Ernährung
- Erhöhte Blutfettwerte
Die Tatsache, dass ein oder mehrere Risikofaktoren vorliegen, heißt nicht unbedingt, dass auch ernste Herz-Kreislauf-Erkrankungen entstehen müssen, jedoch steigt dadurch die Wahrscheinlichkeit, Gesundheitsprobleme zu bekommen.
Woran merkt man, dass der Blutdruck zu hoch ist?
Die Hypertonie verläuft lange Zeit beschwerdefrei und macht sich häufig erst durch Folgeerscheinungen bemerkbar. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind daher sehr wichtig.
Einige mögliche Beschwerden bei sehr hohem Blutdruck
- Kopfschmerzen
- Herzklopfen, Atemnot
- Schweißausbrüche
- Sehstörungen
- Schwindelgefühl
- Übelkeit, Erbrechen
- Krämpfe, Lähmungen
- Bewusstseinstrübung, Verwirrtheit
- Nasenbluten
- Aufhusten von blutigem Schleim
Das plötzliche Ansteigen des Blutdrucks wird als hypertensive Krise (Hochdruckkrise) bezeichnet. Die genannten Beschwerden treten dabei akut und sehr stark auf. Es kann sogar zur Bewusstlosigkeit kommen. Solch ein Notfall erfordert eine umgehende ärztliche Versorgung.
Warum ist die Behandlung der Hypertonie so wichtig?
Entscheidend ist der Schutz vor Folgeschäden, die ein dauerhaft erhöhter Blutdruck verursacht. Unbehandelt sinkt die Lebenserwartung deutlich.
Einige mögliche Folgeerkrankungen:
- Arterienverkalkung
- Blindheit
- Nierenversagen
- Herzversagen
- Herzinfarkt
- Hirnblutung (Schlaganfall)
Wie wird der Blutdruck gemessen?
Zum Messen des Blutdrucks wird ein Blutdruckmessgerät verwendet. Es besteht aus einer aufblasbaren Manschette und dem eigentlichen Druckmessgerät, einem sogenannten Manometer. Zur Anzeige des Drucks dient entweder eine Quecksilbersäule oder eine Skala mit Zeiger. Im ersten Schritt wird die Manschette um den Oberarm oberhalb des Ellbogens angelegt. Die Manschette wird dann langsam aufgepumpt. Wenn die Manschette anfängt, auf den Oberarm zu drücken, steigt die Quecksilbersäule bzw. der Zeiger im Manometer langsam an. Es wird so lange weiter Luft in die Manschette gepumpt, bis in der Hauptarterie kein Blut mehr aus dem Oberarm in den Unterarm fließt.
Lässt man die Luft dann langsam wieder aus der Manschette entweichen, kann man mit dem Stethoskop in der Ellbogenbeuge hören, wann das Blut wieder zu fließen beginnt. Gleichzeitig sinkt auch die Quecksilbersäule bzw. der Zeiger im Manometer.
Das klopfende Geräusch des fließenden Blutes, das man mit dem Stethoskop hören kann, tritt genau in dem Moment auf, in dem der Blutdruck in der Manschette unter den Druck in der Arterie sinkt. In diesem Augenblick zeigt das Druckmessgerät den sogenannten oberen oder systolischen Blutdruck an. Er ist der maximale Druck, den das Herz erzeugt. Je mehr Luft aus der Manschette entweicht, umso tiefer sinkt die Quecksilbersäule bzw. der Zeiger des Druckmessgeräts. Sobald das Geräusch des fließenden Blutes nicht mehr im Stethoskop zu hören ist, wird ein weiterer Wert abgelesen, der sogenannte untere oder diastolische Blutdruck.
Der Blutdruck wird also, wie oben bereits erwähnt, immer durch zwei Werte angegeben: Der erste ist der systolische, der zweite der diastolische Druck. Beide Werte werden in mm Hg gemessen (Hg ist das chemische Zeichen für Quecksilber. Man gibt damit an, wie viele Millimeter einer theoretischen Quecksilbersäule denselben Druck erzeugen würden). Man schreibt zum Beispiel 140 / 85 und spricht "140 zu 85".
Kann ich den Blutdruck selbst messen?
Die Blutdruckselbstmessung gibt Ihnen und Ihrem Hausarzt die Möglichkeit, den Erfolg der blutdrucksenkenden Therapie zu kontrollieren. Im Handel gibt es automatische Geräte, die den Blutdruck entweder am Oberarm oder am Handgelenk messen. Die Messungen sollten immer zur gleichen Tageszeit, möglichst im Sitzen und nicht im Stehen erfolgen. Messen Sie immer am gleichen Arm. Da die Blutdruckwerte im Tagesverlauf schwanken, ist es wichtig, bei der Messung die Zeit zu notieren. Bei mehreren Messungen am Tag kann Ihr Hausarzt so das Blutdruckverhalten im Tagesverlauf beurteilen.
Was ist bei einer medikamentösen Therapie zu beachten?
Erfordert der Bluthochdruck medizinische Behandlung, muss diese meist lebenslang erfolgen. Die Therapie darf keinesfalls ohne Rücksprache mit dem Arzt abgesetzt werden. Eine Normalisierung des Blutdrucks ist Folge der Behandlung und kein Zeichen, dass diese überflüssig ist! Die Medikamente sollten besonders regelmäßig und immer zur gleichen Tageszeit eingenommen werden, um jederzeit optimale Wirkspiegel im Blut aufrecht zu erhalten.
Welche Medikamente werden zur Blutdrucksenkung eingesetzt?
Zur Blutdrucksenkung stehen mehrere Medikamente (Antihypertensiva) zur Verfügung, die an verschiedenen Stellen im Körper ansetzen:
- ACE-Hemmer und Angiotesin-II-Rezeptorantagonisten
wirken gefäßerweiternd und damit blutdrucksenkend. Sie hemmen ein Hormon, das gefäßverengend wirkt und entlasten so das Herz. - Alpha-Blocker
hemmen bestimmte Rezeptoren in den Gefäßwänden. Dadurch entspannen sich die Gefäße und der Blutdruck fällt. - Beta-Blocker
wirken auf den Adrenalin-Haushalt. Das Herz wird entlastet und schlägt etwas langsamer. - Diuretika (Harntreibende Medikamente)
befreien den Körper von überschüssigen Salzen und zu viel Flüssigkeit. Dadurch wird das Blutvolumen verringert, Gefäßwiderstand und Blutdruck fallen. - Kalzium-Antagonisten
senken die Spannung in den Gefäßwänden. Dadurch fällt der Blutdruck, das Herz muss sich weniger anstrengen. Außerdem wirken sie leicht entspannend auf Herzmuskelzellen und senken so den Sauerstoffbedarf des Herzens.
Welches dieser Medikamente Ihr Arzt für Sie auswählt, hängt von Ihrem individuellen Gesundheitszustand ab – von Ihrem Alter, der Höhe Ihres Blutdrucks und davon, ob eventuell noch andere Erkrankungen vorliegen. Zudem werden die Medikamente unterschiedlich gut vertragen. Manchmal wählt der Arzt auch eine Kombination verschiedener Medikamente aus, die sich in ihren Wirkungen gut ergänzen.
Was ist bei der Therapie zu beachten?
Zu Beginn der Therapie fühlen sich manche Patienten mit dem wieder normalisierten Blutdruck etwas weniger wohl. Der Körper passt sich aber bald an die neuen Druckverhältnisse an, die Beschwerden werden geringer.
Neben den Medikamenten ist eine Überprüfung des Lebensstils auf Risikofaktoren wichtig. Durch mehr Bewegung, gesunde Ernährung und Abnehmen bei Übergewicht lässt sich der Blutdruck ebenfalls senken. Eine der dringlichsten Maßnahmen ist der Verzicht auf Nikotin. Zudem sollte starke psychische Anspannung vermieden werden. Zur besseren Bewältigung von Stress-Situationen empfiehlt sich das Erlernen von Entspannungstechniken.
Was sollten Sie über Ihr Medikament wissen?
Wenn feststeht, welches Medikament Sie gegen zu hohen Blutdruck einnehmen werden, sollten Sie mindestens Folgendes darüber wissen:
- Den Namen
Wenn Sie Medikamente gegen verschiedene Erkrankungen einnehmen, ist es wichtig zu wissen, welches Medikament gegen welche Krankheit eingenommen wird. - Wann, wie oft und wie viel Sie einnehmen müssen.
- Welche Nebenwirkungen möglicherweise auftreten können. Hinweise zu möglichen Nebenwirkungen, die aber noch lange nicht jeder Patient bekommen muss, finden Sie in der Gebrauchsinformation, die jeder Packung beiliegt. Die Aufzählung möglicher Nebenwirkungen sollte Sie nicht erschrecken, sondern veranlassen, aufmerksam zu sein und mit Ihrem Arzt zu sprechen, wenn Sie eine der aufgezählten Erscheinungen beobachten. Ihr Arzt wird im Gespräch mit Ihnen entscheiden, welche Maßnahmen am besten zu treffen sind, falls Sie Beschwerden haben sollten.
- Ob Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auftreten können, die Sie gleichzeitig einnehmen. Auch zu diesem Punkt finden Sie Hinweise in der Gebrauchsinformation. In der Regel bedeutet ein solcher Hinweis nicht, dass Sie diese Medikamente überhaupt nicht zusammen einnehmen dürfen. Wenn Sie eines der dort aufgeführten Medikamente bereits einnehmen oder wegen einer anderen Erkrankung einnehmen wollen, kann Ihnen Ihr Arzt sagen, ob eventuell die Dosis verändert werden sollte oder ob sonstige Maßnahmen zu ergreifen sind. Auch hier gilt: Die Behandlung nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt ändern oder abbrechen.
- Ob bestimmte Nahrungsmittel oder bestimmte Aktivitäten, wie z. B. das Lenken eines Fahrzeuges, vermieden werden sollen.
Weitere Details zu den Informationen im Beipackzettel Ihres Medikaments finden Sie hier
Hypercholesterinämie
Cholesterin ist ein unverzichtbarer Baustein unseres Körpers und gehört zur Gruppe der Lipide. Unter dem Begriff Lipide werden Fette und fettähnliche Stoffe, die Lipoide, zusammengefasst. Man unterscheidet Triglyceride, Cholesterin und Phospholipide.
Cholesterin wird als Membranbaustein in Zellmembranen eingebaut, oder in Steroidhormone und Vitamin D umgewandelt. Außerdem wird es zu Gallensäuren verstoffwechselt und ausgeschieden (zum Teil auch direkt als Cholesterin). Zusätzlich werden pro Tag ca. 100 mg Cholesterin über die Haut ausgeschieden und etwas Cholesterin als Cholesterinester gespeichert. Durch Essen können pro Tag max. 500 mg aufgenommen werden.
Ein zu hoher Anteil an Cholesterin im Blut kann gefährlich sei – die Krankheit wird als Hypercholesterinämie bezeichnet. Vor allem Blutgefäße werden durch hohe Cholesterinwerte geschädigt. Cholesterin wird in die Gefäßwände eingelagert und führt dort zu einer Verdickung. Damit beginnt der Prozess der Atherosklerose oder Arteriosklerose, umgangssprachlich bekannt als „Gefäßverkalkung“. Letztlich ist hohes Cholesterin auf diese Weise an der Entstehung von Herzinfarkt, Schlaganfall und einer Reihe anderer Durchblutungsstörungen entscheidend beteiligt. Wird Hypercholesterinämie rechtzeitig erkannt und behandelt, können Folgeschäden verhindert werden.
Gutes und böses Cholesterin
Fette sind nicht wasserlöslich und müssen für den Transport im Blut an spezielle Proteine (Eiweiße) gebunden werden. Man nennt die Transportproteine auch Apoproteine. Diese so entstehenden Fett-Eiweiß-Aggregate heißen Lipoproteine. Sie transportieren die Blutfette zur Leber und von dort aus zum Fettgewebe, zur Muskulatur, ins Nervengewebe und auch zur Nebennierenrinde. Je nachdem, an welche Transportproteine Cholesterin gebunden ist, unterscheidet man verschiedene Arten von Cholesterin im Blut. Sie erfüllen jeweils eine andere Aufgabe:
- LDL-Cholesterin (Low-Density-Lipoprotein-Cholesterin) transportiert Cholesterin von der Leber zu den Gefäßen und Zellen. Es wird auch als das "böse Cholesterin" bezeichnet. Diese Unterart des Cholesterins kann die Blutgefäße besonders schädigen, da das Cholesterin nämlich nicht nur an den Stellen im Körper ablädt, wo es gebraucht wird, sondern auch an den Wänden der Gefäße, wo es die Entstehung von Atherosklerose fördert. Erhöhte LDL-Werte sind daher gefährlich!
- HDL-Cholesterin (High-Density-Lipoprotein-Cholesterin) ist für den Transport des Cholesterins zurück zur Leber zuständig. Dort wird es zu Gallensäuren umgewandelt und ausgeschieden. Seinen Namen "gutes Cholesterin" verdankt HDL seiner Eigenschaft, Cholesterin aus den Gefäßwänden zu lösen und abzutransportieren. Dadurch hat es eine Schutzfunktion für die Blutgefäße. Je höher das HDL-Cholesterin, desto besser.
Der durchschnittliche Gesamtcholesterinspiegel, sowie die LDL- und HDL-Spiegel, der gesunden Normalbevölkerung sind von Land zu Land verschieden und darüber hinaus alters- und geschlechtsabhängig. Als allgemeine Normalwerte gelten:
- Gesamtcholesterin: 150 – 190 mg/dl
- LDL-Cholesterin: < 160 mg/dl
- HDL-Cholesterin: > 35 mg/dl
- Triglyceride: 50 – 172 mg/dl (nüchtern nach 12 Stunden Nahrungskarenz)
Fettstoffwechselexperten haben im „Österreichischen Lipidkonsensus 2010“ Empfehlungen festgehalten, welche Cholesterinwerte als zu hoch anzusehen sind und daher behandelt werden müssen. Abhängig vom individuellen Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gelten bestimmte Zielwerte, die angestrebt werden sollten. Die Entscheidung, ob ein Risiko vorliegt trifft ihr Arzt.
Was sind Triglyzeride?
Triglyzeride sind die echten Fette. Sie dienen primär der Energieversorgung, gelten aber als Bauelement für andere Lipide. Sie werden in Form von Fettdepots gespeichert, in Energie umgewandelt oder verstoffwechselt. Triglyzeride werden als Chylomikronen oder VLDL (Very-Low-Density-Lipoprotein) im Blut transportiert. Sie schädigen ebenfalls in zu hoher Konzentration die Blutgefäße. Hier liegt der Zielwert abhängig von individuellen Faktoren bei < 160 mg / dl.
Wie kommt es zu einem erhöhten Cholesterinspiegel?
Alle Körperzellen haben einen "Fangarm" (Rezeptor), der Fettstoffe, unter anderem das LDL-Cholesterin, aus dem Blut "angelt". Bei Personen mit einer erblichen Veranlagung zu erhöhten Cholesterinwerten (familiäre Hypercholesterinämie) fehlen diese Rezeptoren je nach Schwere der Erkrankung. Dadurch kann das LDL-Cholesterin nicht ausreichend aus dem Blut gefiltert werden. In der Folge sammelt sich LDL-Cholesterin im Blut und der Cholesterinwert steigt.
Abgesehen von der erblichen Komponente wird der Cholesterinspiegel vor allem durch fettreiche Ernährung erhöht. Bewegungsmangel und Rauchen verstärken diesen Prozess.
Insgesamt ist der Cholesterinspiegel in nordeuropäischen Ländern höher als in südeuropäischen. Relativ gering sind die Werte in asiatischen Ländern. Dafür verantwortlich sind Unterschiede in der Ernährung und der genetischen Veranlagung. In Österreich besteht ein Ost-West-Gefälle mit höheren Werten im Burgenland, niedrigeren in Vorarlberg.
Ein erhöhter Cholesterinspiegel kann auch als Folgeerscheinung anderer Krankheiten wie Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), Nierenleiden (nephrotisches Syndrom), Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und Alkoholabhängigkeit auftreten.
Sind erhöhte Cholesterinwerte spürbar?
Ein erhöhter Cholesterinspiegel verursacht lange Zeit keine Beschwerden. Nur durch Blutuntersuchungen wird man auf die erhöhten Blutfettwerte aufmerksam. Das ist besonders tückisch, denn ein über längere Zeit überhöhter Cholesterinspiegel führt zu Atherosklerose und zu daraus resultierenden Spätfolgen. Der oft schleichende langjährige Prozess der Atherosklerose führt dann zu einem plötzlich auftretenden schwerwiegenden Ereignis, wie etwa einem Schlaganfall oder Herzinfarkt.
Folgen eines erhöhten Cholesterinspiegels
Atherosklerose (oder Arteriosklerose): Unter dem Begriff der Atherosklerose versteht man die Veränderung der inneren und mittleren Schicht von Arterienwänden. Früher wurde die Atherosklerose als Verkalkungsprozess der Arterien gesehen. Diese Sichtweise ist heute einer differenzierenden Betrachtung gewichen, bei der auch die Zellen des Immunsystems und andere Entzündungsreaktionen eine Rolle spielen. Atherosklerose ist eine Veränderung der Blutgefäße, die über viele Jahre entsteht und zunächst unerkannt verläuft. Es kommt zu Fetteinlagerungen in den Gefäßwänden der Arterien. Die Gefäßwände verkalken, verlieren ihre Elastizität und der Gefäßdurchmesser verengt sich zunehmend. Die Folge: Das Blut kann nicht mehr ungehindert fließen, die Bildung von Blutgerinnseln wird begünstigt. Eine fortschreitende Atherosklerose führt schließlich zur Verengung oder zum Verschluss wichtiger Arterien.
Diese Gefäßveränderungen können das Herz betreffen und zur Herzenge (Angina pectoris) oder zum Herzinfarkt führen. Die Arterienverkalkung kann aber auch das Bein betreffen und ein so genanntes Raucherbein (periphere arterielle Verschlusskrankheit, PAVK) nach sich ziehen. Ebenso kann eine Arterie betroffen sein, die das Gehirn mit Blut und Sauerstoff versorgt, was einen Schlaganfall zur Folge haben kann.
Cholesterin-Ablagerungen in der Haut erscheinen als gelbliche Knötchen (kutane Xanthome). Vor allem bei familiärer Hypercholesterinämie kommen sie häufiger vor. Bevorzugt sind Augenlider und Zwischenräume der Finger, aber auch die Sehnen (Sehnenxanthome) der Achilles- und Fingerstrecksehnen können betroffen sein.
Wer sollte auf sein Cholesterin achten?
Jeder sollte auf seine Blutfette achten! Schon in jungen Jahren kann ein erhöhter Cholesterinspiegel großen Schaden an den Blutgefäßen anrichten. Es lohnt sich daher früh einen Bluttest auf Cholesterin im Rahmen der Gesundenuntersuchung durchführen zu lassen. Studien haben ergeben, dass zwei Drittel der österreichischen Jugendlichen erhöhte LDL-Werte aufweisen. Auch als Erwachsene bleiben davon 80 % durch erhöhtes Cholesterin bedroht. Wer frühzeitig auf seine spezielle Stoffwechselsituation hingewiesen wird, kann rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen.
So plädieren Experten dafür, die Cholesterinwerte routinemäßig bereits bei Stellungsuntersuchungen zum Bundesheer zu überprüfen. Vor allem aber dann, wenn Verwandte früh im Leben (unter 55 Jahren) einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten haben, ist Vorsicht geboten. Einige Formen der Hypercholesterinämie haben eine besonders starke erbliche Komponente und müssen entsprechend früh und konsequent behandelt werden. Bei älteren Menschen ist die Messung des Cholesterins bereits Routine. Denn hohes Cholesterin ist für Sie ein ebenso relevanter Risikofaktor für Herzinfarkt und Schlaganfall wie erhöhter Blutdruck, Übergewicht oder Diabetes. Obwohl Fettstoffwechselkrankheiten bei Übergewichtigen häufiger sind, können auch schlanke Menschen daran erkranken. Bei ihnen sind Hypercholesterinämien sogar besonders gefährlich.
Schlaganfall
Was versteht man unter einem Schlaganfall?
Das Gehirn ist auf eine ständige Durchblutung und ausreichende Sauerstoff- und Nährstoffzufuhr angewiesen, um die gewaltige Zahl seiner oft lebenswichtigen Aufgaben zu erfüllen.
Fällt die Blutversorgung des Gehirns oder einzelner Hirnregionen plötzlich aus, spricht man in der Medizin von einem Schlaganfall. Die betroffenen Gehirnbereiche reagieren auf die Unterbrechung des Blutflusses fast ausnahmslos sofort und stellen ihre Arbeit ein. Als Folge davon treten vielfach Sprach- und Sehstörungen, Bewusstseinstrübungen, Lähmungen und andere Ausfallerscheinungen auf. Dauert die Durchblutungsstörung länger an, gehen die nicht versorgten Nervenzellen unwiederbringlich zugrunde. Aus den zunächst noch reversiblen Ausfallerscheinungen werden bleibende Funktionsverluste.
Wie kommt es zu einem Schlaganfall?
Die häufigste Schlaganfall-Ursache ist der Verschluss eines Blutgefäßes, das für die Blutversorgung des Gehirns wichtig ist. In den meisten Fällen wird die Blutbahn dabei durch ein Blutgerinnsel verstopft, das sich entweder an Ort und Stelle neu gebildet hat oder aus einer anderen Körperregion ins Gehirn verschleppt worden ist. Von seiner Entstehung her ähnelt der Schlaganfall damit dem Herzinfarkt, bei dem eine Blockade der Herzkranzgefäße die Durchblutung des Herzmuskels unterbricht. Tatsächlich gehen Schlaganfall und Herzinfarkt oft von derselben Basiserkrankung - einer Atherosklerose - aus.
Bei der Atherosklerose verengen Fett- und Kalk-Einlagerungen mit der Zeit immer mehr Gefäße im Gehirn, im Herzen und in anderen Organen. Die entstandenen Engpässe sind vor allem deshalb eine große Gefahr, weil sich an ihnen besonders leicht Blutgerinnsel bilden. Ereignet sich ein solcher Vorgang im Gehirn oder wird ein Blutpfropf von anderer Stelle hierhin verschleppt, ist das sehr häufig der Anfang eines Schlaganfalls.
Wann muss man an einen Schlaganfall denken?
Schlaganfall-Opfer sind häufig nicht mehr in der Lage, selbstständig zu handeln. Sie sind in diesen Fällen darauf angewiesen, dass Familienmitglieder, Arbeitskollegen oder auch zufällig anwesende Personen den Ernst der Situation erkennen und schnell reagieren. Verdacht auf einen Schlaganfall besteht, wenn ein Mensch eines oder mehrere der folgenden Symptome zeigt bzw. über diese Beschwerden klagt:
- halbseitige Lähmungen von Armen und Beinen (der Grad der Lähmung kann vom Nachziehen eines Beins beim Gehen bis zur Stehunfähigkeit reichen)
- halbseitige Lähmungen der Gesichtsmuskulatur (ein Mundwinkel hängt herab)
- teilweises oder vollständiges Taubheitsgefühl einer Körperhälfte
- nicht mehr koordinierte Bewegungen
- Übelkeit und Erbrechen
- plötzliche, starke Kopfschmerzen
- Desorientiertheit (vertraute Personen und Orte werden nicht mehr erkannt, kein Tages- und Jahreszeiten-Bewusstsein mehr)
- Verlust der Kontrolle über Blase und Darm
- Bewusstlosigkeit
- Sehstörungen (Doppelbilder, plötzliche Erblindung eines Auges)
- Sprachstörungen (Gehörte Worte werden nicht verstanden, sinnvolle Sprache ist nicht mehr möglich, Verwendung falscher Buchstaben und Silben, Wortfindungsstörungen)
- plötzlicher Verlust der Lese-, Schreib- und Rechenfähigkeit
Welches dieser Signale in welcher Stärke auftritt, hängt im Wesentlichen von der betroffenen Hirnregion und der Ausdehnung des Schlaganfallgebietes ab.
Thrombose
Was ist eine venöse Thromboembolie?
Venös bedeutet „im Zusammenhang mit den Venen“. Eine Thrombose tritt auf, wenn ein Blutgefäß, in dem das Blut durch den Körper transportiert wird, durch ein Blutgerinnsel (einen Thrombus) blockiert wird. Löst sich ein Blutgerinnsel von der Stelle, an der es sich gebildet hat, und treibt im Blutstrom, bis es in einem kleineren Blutgefäß irgendwo im Körper stecken bleibt, spricht man von einem Embolus oder einer Embolie.
Venöse Thromboembolien umfassen sowohl tiefe Venenthrombosen als auch Lungenembolien.
Eine tiefe Venenthrombose ist ein Blutgerinnsel, das sich in den tiefen Beinvenen der Waden- und Oberschenkelmuskeln bildet.
Es kann den Blutfluss in der Vene teilweise oder vollständig blockieren und Beschwerden wie Schmerzen, Druckempfindlichkeit und Schwellungen der Wade verursachen. Manchmal wird die Wade warm und rot. In manchen Fällen treten keine Symptome auf, und die tiefe Venenthrombose kann nur diagnostiziert werden, wenn es zu einer Komplikation kommt – zum Beispiel zu einer Lungenembolie.
Bei einer Lungenembolie löst sich ein Teil des Gerinnsels einer tiefen Venenthrombose und gelangt mit dem Blut zu einem Gefäß der Lunge, bleibt dort stecken und blockiert den Blutstrom in einem Teil der Lunge. Symptome einer Lungenembolie sind Schmerzen im Brustkorb und Kurzatmigkeit. Falls Sie an derartigen Beschwerden leiden, sollten Sie umgehend ärztliche Hilfe suchen.
Wodurch entsteht eine venöse Thromboembolie?
Die Blutgerinnung ist ein natürlicher Prozess, der hilft, Blutungen zu stoppen. Durch die Bewegung und den Druck der Beinmuskulatur auf die tiefen Beinvenen wird der Rückfluss des Blutes zum Herzen unterstützt und ein normaler Blutfluss aufrechterhalten.
Fließt das Blut langsamer als normal durch die Venen, kann der Gerinnungsprozess einsetzen. Dies ist insbesondere während Zeiten eingeschränkter Beweglichkeit der Fall, wie zum Beispiel während oder nach einer Operation. Das Risiko einer Gerinnselbildung ist außerdem nach großen chirurgischen Eingriffen erhöht, da das Blut in diesen Fällen eine verstärkte Gerinnungsneigung aufweist (das Blut wird „dicker“), um den Blutverlust zu verringern und die Blutgefäße zu schließen, die durch die Operation verletzt wurden.
Alle Arten tiefer venöser Thromboembolien sind ernst zu nehmen, weil sie zu Behinderung oder zum Tod führen können. Daher ist es wichtig, der Bildung von Blutgerinnseln vorzubeugen.
Wie kann eine venöse Thromboembolie verhindert werden?
Es gibt mehrere Wege, das Risiko venöser Thromboembolien zu verringern:
- Kompressionsstrümpfe: Diese Strümpfe üben Druck auf die Beine aus und können verhindern, dass sich das Blut in den tiefen Venen ansammelt. Der normale Blutfluss wird aufrechterhalten.
- Bewegung von Beinen und Füßen: Im Rahmen der physiotherapeutischen Behandlung nach der Operation erhalten Sie ein „Trainingsprogramm“. Durch die Bewegung der Fuß- und Beinmuskulatur wird der normale Blutfluss in den tiefen Venen aufrechterhalten.
- Reichlich Flüssigkeit trinken: Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr kann dazu beitragen, das Risiko von Blutgerinnseln zu verringern.
- Geräte zur intermittierenden pneumatischen Kompression: Dieses Verfahren wird nur bei einigen Patienten im Krankenhaus angewendet. Ist die Beweglichkeit stark eingeschränkt, werden diese Geräte verwendet, um mittels einer Manschette (die wechselweise aufgeblasen und entleert wird) Druck auf die Beinmuskulatur auszuüben, um den normalen Blutfluss aufrechtzuerhalten.
- Antikoagulanzien (gerinnungshemmende Medikamente): Diese Medikamente verdünnen das Blut und verringern das Risiko einer Gerinnselbildung. Einige Antikoagulanzien werden injiziert, andere sind als Tabletten verfügbar.
Ihr Arzt wird eine oder mehrere dieser Vorsorgemaßnahmen ergreifen, um das Risiko einer venösen Thromboembolie zu verringern.
Hinweis: Dieser Text dient zu Ihrer allgemeinen Information. Bitte stellen Sie keinesfalls selbst eine Diagnose, sondern suchen Sie, wenn Sie Fragen oder Beschwerden haben, einen Arzt auf. Nur er kann die Symptome aufgrund seiner klinischen Erfahrung richtig einschätzen und gegebenenfalls weitere diagnostische Schritte unternehmen.

