Untermenü des Bereichs PatientenTherapiegebiete:
Muskeln & Skelett / Übersicht
Morbus Dupuytren
Allgemein
Der Morbus Dupuytren (Dupuytren-Kontraktur) ist eine gutartige Erkrankung des Bindegewebes der Handinnenfläche (Palmaraponeurose), wobei das Auftreten von Knoten und Strängen an der Innenfläche der Hand charakteristisch für diese Erkrankung ist. Der Morbus Dupuytren zählt zum Kreis der Fibromatosen (= gutartige, tumorähnliche Bindegewebswucherungen) und tritt meist im mittleren Lebensalter auf. Typischerweise sind Klein- und Ringfinger betroffen, Kontrakturen finden sich fast ausschließlich an den Fingergrund- und Mittelgelenken. Bei der Hälfte der Fälle findet sich die Erkrankung an beiden Händen.
Ursachen
Trotz zahlreicher Theorien konnte die Ursache dieser Erkrankung noch nicht genau geklärt werden. Es gibt eine familiäre Häufung, bei jedem dritten Erkrankten ist ein Familienangehöriger ebenfalls betroffen. Als ursächlicher Faktor wird ein Gen in dominanter Vererbung angesehen. Auch ethnische Faktoren spielen eventuell eine Rolle, da die Kontraktur am häufigsten bei nordeuropäischen und seltener bei afrikanischen und asiatischen Völkern auftritt. Bezüglich des Faktors Alter ist zu sagen, dass Morbus Dupuytren meist bei älteren Personen auftritt - zwischen 50 und 60 Jahren - und dabei ist jeder Fünfte über 65 Jahren betroffen. Signifikant ist auch der Faktor Geschlecht, da das Verhältnis von Männern zu Frauen, bei einem Alter bis zu 75 Jahren, bei 8 zu 1 liegt. Eher selten können auch andere Vorerkrankungen wie Diabetes Mellitus, Alkoholismus und Leberzirrhose eine Ursache darstellen, wie auch ein Trauma oder die individuelle Beschaffenheit der Haut (hier wird ein Zusammenhang vermutet, da nach einer Hauttransplantation das Wiederauftreten der Krankheit sehr unwahrscheinlich ist).
Symptome
Der natürliche Verlauf ist variabel und eine Progression findet oft langsam über Jahre statt, wobei auch ein Stillstand in jedem Stadium möglich ist. Es dauert oft Jahre, bis die zunächst tastbare, knotige oder strangartige Verhärtung auch zu einer Einschränkung der Bewegungsfähigkeit in den Fingergrund- und Mittelgelenken (Beugekontraktur) führt.
Stadium | Symptome | |
|---|---|---|
Stadium 1 | Derbe Stränge und Knoten in der Handinnenfläche ohne Kontraktur | |
Stadium 2 | Beginnende Kontraktur, meist im Fingergrundgelenk | |
Stadium 3 | Kontraktur im Fingergrund- und Mittelgelenk bis zu 45° | |
Stadium 4 | Kontraktur im Grund- und Mittelgelenk, Überstreckung im Endgelenk, häufig knöchern fixiert | |
Diagnose
Das Muster mit den Knötchen an der Handinnenfläche ist recht typisch, sodass die Diagnose meist keine Schwierigkeiten bereitet. Aber da die Erkrankung keine Schmerzen verursacht, wird ihr Beginn oft nicht erkannt. Erst ein Knoten oder ein längsgerichteter Strang wird vom Betroffenen bemerkt. Störend wird die Erkrankung dann, wenn nicht mehr alle Finger gestreckt werden können und der Patient alltägliche Tätigkeiten nicht mehr problemlos bewältigen kann. Des Weiteren kann es zu Beugekontrakturen der Fingergrund- und Mittelgelenke kommen. In der Regel wird erst in diesem fortgeschrittenen Stadium an eine Behandlung gedacht.
Ähnliche Erkrankungen
Der Morbus Ledderhose ist eine gutartige Erkrankung des Bindegewebes der Füße (Plantar-Aponeurose) aus der Gruppe der Fibromatosen und verwandt mit dem häufiger auftretenden Morbus Dupuytren. Bei dieser Erkrankung bilden sich - meist an den Sehnen der Fußinnenfläche - Knoten und gelegentlich (selten) auch Stränge. Die Knoten können wesentlich größer werden als beim Morbus Dupuytren und die Gehfähigkeit schließlich beeinträchtigen. Auch die Induratio Penis Plastica (Morbus Peyronie - Penisverkrümmung), welche eine Verhärtung zwischen dem Schwellkörper des Penis und der Haut darstellt, gehört zu der Gruppe der Fibromatosen und ist womöglich auch eine verwandte Krankheit des Morbus Dupuytren.
Hinweis: Dieser Text dient zu Ihrer allgemeinen Information. Bitte stellen Sie keinesfalls selbst eine Diagnose, sondern suchen Sie, wenn Sie Fragen oder Beschwerden haben, einen Arzt auf. Nur er kann die Symptome aufgrund seiner klinischen Erfahrung richtig einschätzen und gegebenenfalls weitere diagnostische Schritte unternehmen.

