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Raucherentwöhnung / Übersicht
Raucherentwöhnung
Über 50 % der österreichischen Raucherinnen und Raucher wollen nach aktuellen Studien mit dem Rauchen aufhören. Doch meist scheitern viele an der Umsetzung der guten Vorsätze.
Neues Jahr, altes Problem
Knapp über die Hälfte aller Personen, die zum Rauchen aufhören wollen, brechen ihren Neujahrsvorsatz bereits im ersten Monat. Eine Untersuchung von YouGov im Auftrag von Pfizer zeigt, dass bereits im Jänner 57 % und im Februar weitere 11 % aller Personen wieder rauchen, die zu Silvester den Entschluss gefasst haben, endlich in ein rauchfreies Leben zu starten.1
Viele Raucher unterschätzen, wie stark Nikotin sie im Laufe der Jahre abhängig gemacht hat. Studien zeigen, dass bei dem Versuch, alleine durch den guten Willen mit dem Rauchen aufzuhören, nach einem Jahr wieder 97 % zum Glimmstängel greifen.2
Dabei sind RaucherInnen nicht alleine auf ihrem Weg in ein rauchfreies, gesünderes Leben. Wird ärztliche Beratung in Kombination mit medikamentöser Therapie in Anspruch genommen, vervierfacht sich im Vergleich zum „Kalten Entzug“ (weder ärztliche Beratung noch eine medikamentöse Therapie) die Chance, langfristig und erfolgreich mit dem Rauchen aufzuhören.3
„Rauchen ist eine körperlich und psychisch abhängig machende Erkrankung. Patienten sollten sich für die Raucherentwöhnung medizinische Hilfe aufsuchen. Denn gute Erfolgschancen können meist nur durch die Unterstützung eines Arztes und der entsprechenden medikamentösen Therapie gewährleistet werden“, so Herr Prim. Dr. Lichtenschopf, Ärztlicher Leiter der Pensionsversicherungsanstalt SKA-RZ Weyer.
Mit dem Rauchen aufzuhören ist leichter, als man glaubt!
Rauchen ist die wichtigste vermeidbare Ursache von Krankheit und vorzeitigem Tod. Die häufigsten Erkrankungen, die als Folge des Rauchens auftreten, sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs (vor allem Lungenkrebs), chronische Bronchitis und obstruktive Atemwegserkrankungen.
Die Gefahr für die Gesundheit liegt jedoch nicht im suchterzeugenden Nikotin selbst, sondern in der Vielzahl der krebserregenden Substanzen, die beim Verbrennen des Tabaks entstehen.
Aktuellen Studien zufolge stirbt jeder zweite Zigarettenraucher an den Folgen seines Tabakkonsums, meistens an Lungenkrebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Alleine in Österreich belaufen sich die jährlichen Todesfälle aufgrund von Tabakskonsum auf ca. 9.000, weltweit sind es rund 4 Millionen Todesfälle. In Großbritannien sterben beispielsweise 5 mal mehr Menschen an den Folgen des Rauchens als durch Verkehrsunfälle, andere Unfälle, Vergiftungen, Leberschäden, Mord und Totschlag, Selbstmord und HIV zusammen.
Eine Studie der WHO zeigt, dass sich die Zahl der Todesfälle, die durch Rauchen verursacht werden, weltweit in den nächsten zwei Jahrzehnten verdreifachen könnte, wenn nicht entscheidende Schritte in der Raucherentwöhnung gesetzt werden.
Es ist nie zu spät, mit dem Rauchen aufzuhören. Fragen Sie Ihren Arzt, wenn Sie mit dem Rauchen aufhören wollen.
Nur 3 bis 5 % aller Raucher, die alleine mit Willenskraft mit dem Rauchen aufgehört haben, sind auch nach einem Jahr noch rauchfrei. Ihre Chancen, rauchfrei zu bleiben, werden durch eine Behandlung zur Raucherentwöhnung sowie durch professionelle Unterstützung beträchtlich erhöht. Die Chance, mit dem Rauchen aufzuhören verdoppelt sich, wenn Sie die Hilfe Ihres Arztes in Anspruch nehmen.
Die verfügbaren medikamentösen Therapien können in zwei Gruppen geteilt werden:
- Therapien mit Nikotin
Diese Therapien werden auch als Nikotinersatztherapien bezeichnet. Sie enthalten eine bestimmte Menge Nikotin, die über den Zeitraum der Behandlung reduziert wird. - Nikotinfreie Therapien
Diese Therapien enthalten kein Nikotin und wirken anders als Nikotinersatztherapien. Sie reduzieren das Rauchverlangen und die Entzugserscheinungen während des Rauchstopps. Sie sind in Tablettenform erhältlich und können von Ihrem Arzt verschrieben werden.
Links
Nichtraucherlokale in Österreich:
http://www.nichtraucherlokale.net/
Quellen
1. All figures, unless otherwise stated, are from YouGov Plc. Total sample size was 16080 smokers aged 16+ across 16 countries (UK, France, Italy, Germany, Spain, Sweden, Denmark, Norway, Greece, Ireland, Austria, Switzerland, Portugal, Belgium, Netherlands and Finland). Fieldwork was undertaken during November and December 2009. The survey was carried out online. The figures have not been weighted.
2. Jarvis MJ. Why people smoke. BMJ 2004; 328(7434):277-279.
3. Hughes JR. New treatments for smoking cessation. CA Cancer J Clin 2000; 50:143-151.
Hinweis: Dieser Text dient zu Ihrer allgemeinen Information. Bitte stellen Sie keinesfalls selbst eine Diagnose, sondern suchen Sie, wenn Sie Fragen oder Beschwerden haben, einen Arzt auf. Nur er kann die Symptome aufgrund seiner klinischen Erfahrung richtig einschätzen und gegebenenfalls weitere diagnostische Schritte unternehmen.




