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Urologie

Erektionsstörungen

Impotenz - Erektile Dysfunktion (ED)

In der Fachliteratur wird der Begriff Impotenz als Unfähigkeit zur Fortpflanzung (Impotentia generandi) definiert. Der Begriff Impotenz kommt aus dem Lateinischen und bedeutet "Unvermögen".
 
Im weitesten Sinne jedoch versteht man unter Impotenz Erektionsstörungen mit dem "Unvermögen, den Beischlaf befriedigend auszuführen" (Impotentia coeundi). Im Allgemeinen werden diese Erektionsstörungen als erektile Dysfunktion (ED) bezeichnet. Letztlich ist eine genaue Untersuchung erforderlich, um eine exakte Diagnose stellen zu können. Die Zahl der Erektionsstörungen steigt mit zunehmendem Alter an. 2 % der Männer mit 40 Jahren sind betroffen, aber schon 25 % der Männer im Alter von 65 Jahren.

Ursachen

Eine Erektion ist durch das Zusammenspiel von Nerven, Blutgefäßen, Hormonen und der Psyche bedingt.

Mögliche Ursachen der Impotenz sind:

  • Arterienverkalkung
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Bluthochdruck
  • Zuckerkrankheit

Es ist besonders wichtig, die Ursachen der Impotenz zu ermitteln, weil nur auf dieser Basis eine gezielte Behandlung möglich ist. Darüber hinaus können die oben genannten Krankheiten unbehandelt zu einer ernsten Bedrohung für den Betroffenen werden.

Diagnose

Der Arzt wird Ihnen sehr persönliche Fragen stellen (vor allem das Sexualleben betreffend). Er benötigt diese Informationen, um sich ein Bild über die Erkrankung zu machen. Darüber hinaus wird er nach etwaigen allgemeinen Erkrankungen fragen und wissen wollen, ob und welche Medikamente eingenommen werden.

Oft ist es nützlich, dass der Arzt sowohl mit Ihnen, als auch mit Ihrem Partner / Ihrer Partnerin spricht. Der nächste Schritt ist die urologische Basisuntersuchung. Darüber hinaus wird eine Blutdruckmessung durchgeführt. Bei der Blutuntersuchung kommt es neben der Bestimmung der männlichen Hormone auch zu einer Kontrolle der Nieren- und Leberfunktion, also zu einer allgemeinen Blutuntersuchung.

In unklaren Fällen können spezielle Untersuchungen der Erektionsfähigkeit notwendig werden:

  • Schwellkörperinjektionstest (SKAT-Test): Dabei wird ein erektionsförderndes Mittel mit einer sehr dünnen Nadel seitlich in den Penis gespritzt. Wenn sich die Erektion einstellt, untersucht der Arzt mittels Ultraschall den Blutstrom in den Penisgefäßen.
  • Die Nervenleitfähigkeit des Penis kann mit einem Corpus-Cavernosus-Elektromyogramm (CC-EMG) und über die penile sympathische Hautantwort (PSHA) untersucht werden. Dabei misst ein Gerät wie bei einem EKG die elektrischen Nervenimpulse im Penis.  
  • Um herauszufinden, ob sich nachts unbemerkt Erektionen einstellen, kann ein Gerät beim Schlafen getragen werden, das alle Veränderungen aufzeichnet (Rigiscan).
  • Sehr genaue Informationen über den Blutfluss im Penis liefert die Darstellung der Gefäße auf Röntgenbildern. Dazu muss allerdings ein Röntgen-Kontrastmittel in ein Penisgefäß injiziert werden. Diese Untersuchung wird nur durchgeführt, wenn zur Behandlung eine Operation geplant ist. 
Therapie

Wenn die Möglichkeit besteht, wird die der Impotenz zugrundeliegende, körperliche Ursache behandelt. Hinsichtlich der Behandlung der erektilen Dysfunktion (ED) wird Ihnen Ihr Arzt mehrere verschiedene Möglichkeiten mit Vor- und Nachteilen nennen.

Im Allgemeinen erfolgt die Therapie der ED nach einem Stufenplan:

Zunächst werden oral einzunehmende Medikamente eingesetzt. Diese Medikamente müssen vom Arzt verschrieben werden, der zuvor die Herzgesundheit überprüft. Sie können dann direkt vor dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden. In den meisten Fällen ist diese Behandlung ausreichend.

Falls noch immer Erektionsprobleme bestehen, werden in einem weiteren Behandlungsschritt erektionsfördernde Medikamente eingesetzt, die unmittelbar vor dem Geschlechtsverkehr vom Patienten selbst direkt in den Schwellkörper des Penis injiziert werden (SKAT). Dies erfolgt meist mit einer Fertigspritze mit sehr dünner Nadel, so dass der Einstich praktisch schmerzfrei ist. Das Einbringen des Wirkstoffes in die Harnröhre (intraurethrale Therapie) ist ebenfalls möglich. Diese Therapie wird von einigen Patienten angenehmer empfunden als die Injektion, ist aber etwas weniger wirksam.

Als Alternative stehen dem Patienten Vakuumpumpen zur Verfügung. Dabei wird ein Glas- oder Plastikzylinder über den Penis gestülpt und mittels Handpumpe ein Vakuum erzeugt. Durch den Unterdruck kommt es zum Bluteinstrom in den Schwellkörper und damit zur Erektion. Mit Hilfe eines übergestülpten Gummirings wird diese dann über die Dauer des Geschlechtsverkehrs gehalten. Die richtige Handhabung des Produkts wird mit einer ausführlichen Gebrauchsanleitung oder mit Hilfe eines Videos erläutert.

Als weitere Möglichkeit kann operativ eine Penisprothese eingesetzt werden.Dieser Eingriff ist jedoch nur sehr selten notwendig und wird ausschließlich an spezialisierten Zentren durchgeführt.

In nur wenigen Fällen stecken lokalisierte Durchblutungsstörungen hinter den Problemen. Dann kann eine Operation der Arterien oder der Venen des Penis erfolgreich sein.
Welche Methode sich letztendlich am besten eignet, hängt von den Wünschen und Bedürfnissen des Patienten und von intensiven Gesprächen mit dem behandelnden Arzt ab.

In Zusammenarbeit mit Netcare Medizinverlag
01.10.02 - P_Uro_ED

Blasenschwäche

Blasenschwäche, ein stilles Leiden

Immer noch wird Blasenschwäche von vielen als Tabuthema behandelt und totgeschwiegen. Die Folgen der Tabuisierung sind schwerwiegend: Bei vielen Betroffenen kommt es zur sozialen Isolation und Vereinsamung. Bei manchen führt dies zum totalen Rückzug: Sie verlassen ihre Wohnung nur noch, wenn es unbedingt notwendig ist.

Unterstützung für Betroffene

Dass sich dabei hin und wieder ein dringendes Bedürfnis einstellt, ist auch völlig normal. Oft weiß man in solchen Situationen aber leider nicht, wohin. Für manche Menschen kann diese Tatsache zu einem ernstzunehmenden Problem werden: Menschen mit Blasenschwäche sind darauf angewiesen, die nächstgelegene Toilette so rasch wie möglich zu erreichen - und genau für diese Menschen wurde der Toiletten-Stadtplan entwickelt.

Um den Alltag von Betroffenen zu erleichtern, wurden die Toiletten-Stadtpläne vom Inkontinenz News Büro in Zusammenarbeit mit der Medizinischen Gesellschaft für Inkontinenzhilfe Österreich (GIHÖ) und mit freundlicher Unterstützung von Pfizer Corporation Austria entwickelt.

Namhafte Experten wie Hofrat Univ. Prof. Dr. Helmut Madersbacher und Univ. Doz. Dr. Günter Primus von der Urologischen Universitätsklinik Graz unterstützen diese Aktivitäten.

Inkontinenz News Büro berät anonym und kompetent

Das Inkontinenz News Büro bietet telefonische und anonyme Beratung. Seit 1997 widmet sich das Inkontinenz News Büro in Zusammenarbeit mit der Medizinischen Gesellschaft für Inkontinenzhilfe Österreich der öffentlichen Aufklärung.

Oberstes Ziel ist es, das Schweigen zu brechen und den Betroffenen umfassende Unterstützung anzubieten. Beim Servicetelefon kann unter der Hotline-Telefonnummer 01 / 402 12 83 von Montag bis Freitag von 8.30 bis 17.30 Uhr kostenlos Informationsmaterial bestellt werden. Jeden Montag finden ärztliche Telefonsprechstunden statt, medizinische Experten beraten jeden Anrufer kompetent, umfassend und natürlich kostenlos.

Hinweis: Dieser Text dient zu Ihrer allgemeinen Information. Bitte stellen Sie keinesfalls selbst eine Diagnose, sondern suchen Sie, wenn Sie Fragen oder Beschwerden haben, einen Arzt auf. Nur er kann die Symptome aufgrund seiner klinischen Erfahrung richtig einschätzen und gegebenenfalls weitere diagnostische Schritte unternehmen.

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