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Therapiegebiete / Hypertonie
Haben viele Menschen erhöhten Blutdruck?
Bluthochdruck kann als Volkskrankheit Nummer eins bezeichnet werden. Jeder vierte Österreicher ist betroffen. Das Dilemma: Zu hoher Blutdruck tut nicht weh, wird daher oft zu spät diagnostiziert. Sowohl in der Gesundheitsvorsorge als auch in der Behandlung aufgetretener Erkrankungen besteht daher großer Handlungsbedarf. Von entscheidender Bedeutung ist es dabei, Belastungen des Herz-Kreislaufsystems rechtzeitig zu erkennen, um ihnen mit den richtigen Maßnahmen entgegenwirken zu können.
Was versteht man unter Blutdruck?
Der Blutdruck ist der in Blutgefäßen und Herzkammern herrschende Druck. Er ist abhängig von der Pumpkraft des Herzens, dem Gefäßwiderstand und dem Blutvolumen. Ist der Druck dauerhaft zu hoch, werden über die Jahre die Blutgefäße geschädigt, und es drohen Folgeerkrankungen, die den gesamten Körper betreffen können.
Welche Werte werden bei der Messung angegeben?
Der Blutdruck wird mit zwei Werten angegeben. Als optimaler Blutdruck gilt ein Wert unter "120 zu 80" (120 / 80). Der erste Wert gibt dabei den systolischen Blutdruck an, dies ist der höchste Druck, der bei der Kontraktion des Herzens erreicht wird. Der zweite Wert beschreibt den diastolischen Blutdruck.
Wann spricht man von zu hohem Blutdruck?
Ist der Blutdruck anhaltend erhöht, liegt eine Hypertonie (erhöhter Blutdruck) vor. Nach den neuesten amerikanischen Richtlinien gilt ein Blutdruck von 120 / 80 als normal.
Aktuelle amerikanische Richtinien
| Kategorie |
SBD* |
DBD** |
|---|---|---|
|
Normal |
<120 |
und <80 |
|
Prähypertonie |
120-139 |
oder 80-89 |
|
Hypertonie Grad 1 |
140-159 |
oder 90-99 |
|
Hypertonie Grad 2 |
>160 |
oder >100 |
* SBD = systolischer Blutdruck
** DBD = diastolischer Blutdruck
Was verursacht einen zu hohen Blutdruck?
Häufig kann die Ursache für erhöhten Blutdruck nicht eruiert werden. In diesem Fall spricht man von primär erhöhtem Blutdruck (Essentielle Hypertonie). Dieser ist meist Folge einer Kombination verschiedener Risikofaktoren.
Bei der Sekundären Hypertonie liegt dem Hochdruck eine andere Krankheit zugrunde. Folgende Krankheiten können den Blutdruck erhöhen: Chronische Nierenleiden, Verengung der Nierenarterien, hormonelle Störungen, bestimmte Geschwüre und Arterienverkalkung (Atherosklerose). Auch kann es im Verlauf einer Schwangerschaft zu Bluthochdruck kommen (Schwangerschaftshochdruck).
Welche Risikofaktoren führen zu Herz-Kreislauferkrankungen?
Die Tatsache, dass ein oder mehrere Faktoren vorliegen, heißt nicht unbedingt, dass auch ernste Herz-Kreislauf-Probleme entstehen müssen, jedoch steigt die Wahrscheinlichkeit Gesundheitsprobleme zu bekommen.
Risikofaktoren
- Familiäre Neigung zu erhöhtem Blutdruck, Schlaganfall oder Herzinfarkt
- Übergewicht
- Zigaretten Rauchen
- Diabetes
- Alkoholmissbrauch / -abhängigkeit
- Fette, salzhaltige Ernährung
Woran merkt man, dass der Blutdruck zu hoch ist?
Die Hypertonie verläuft lange Zeit beschwerdefrei und macht sich häufig erst durch die Folgeerscheinungen bemerkbar. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind daher sehr wichtig.
Mögliche Beschwerden bei sehr hohem Blutdruck:
- Kopfschmerzen
- Herzklopfen, Atemnot
- Schweißausbrüche
- Sehstörungen
- Schwindelgefühl
- Übelkeit, Erbrechen
- Krämpfe, Lähmungen
- Bewusstseinstrübung, Verwirrtheit
- Nasenbluten
- Aufhusten von blutigem Schleim
Das plötzliche Ansteigen des Blutdrucks wird als hypertensive Krise (Hochdruckkrise) bezeichnet. Die genannten Beschwerden treten dabei akut und sehr stark auf. Es kann sogar zur Bewusstlosigkeit kommen. Solch ein Notfall erfordert eine umgehende ärztliche Versorgung.
Warum ist die Behandlung so wichtig?
Entscheidend ist der Schutz vor Schäden, die ein dauerhaft erhöhter Blutdruck verursacht. Unbehandelt sinkt die Lebenserwartung deutlich.
Mögliche Folgeerkrankungen
- Arterienverkalkung
- Blindheit
- Nierenversagen
- Herzversagen
- Herzinfarkt
- Hirnblutung (Schlaganfall, Apoplexie)
Wie wird der Blutdruck gemessen?
Zum Messen des Blutdrucks wird ein Blutdruckmessgerät verwendet. Es besteht aus einer aufblasbaren Manschette und dem eigentlichen Druckmessgerät, einem so genannten Manometer. Zur Anzeige des Drucks dient entweder eine Quecksilbersäule oder eine Skala mit Zeiger. Im ersten Schritt wird die Manschette um den Oberarm oberhalb des Ellbogens angelegt. Die Manschette wird dann langsam aufgepumpt. Wenn die Manschette anfängt, auf den Oberarm zu drücken, steigt die Quecksilbersäule bzw. der Zeiger im Manometer langsam an. Es wird so lange weiter Luft in die Manschette gepumpt, bis in der Schlagader kein Blut mehr aus dem Oberarm in den Unterarm fließt.
Lässt man die Luft dann langsam wieder aus der Manschette entweichen, kann man mit dem Stethoskop in der Ellbogenbeuge hören, wann das Blut wieder zu fließen beginnt. Gleichzeitig sinkt auch die Quecksilbersäule bzw. der Zeiger im Manometer.
Das klopfende Geräusch des fließenden Blutes, das man mit dem Stethoskop hören kann, tritt genau in dem Moment auf, in dem der Blutdruck in der Manschette gerade eben unter den Druck in der Arterie sinkt. In diesem Augenblick zeigt das Druckmessgerät den so genannten oberen oder systolischen Blutdruck an. Er ist der maximale Druck, den Ihr Herz erzeugt.
Je mehr Luft aus der Manschette entweicht, umso tiefer sinkt die Quecksilbersäule bzw. der Zeiger des Druckmessgeräts. Sobald das Geräusch des fließenden Blutes nicht mehr im Stethoskop hörbar ist, wird ein weiterer Wert abgelesen, der so genannte untere oder diastolische Blutdruck.
Der Blutdruck wird also immer durch zwei Werte angegeben: Der erste ist der systolische, der zweite der diastolische Druck. Beide Werte werden in mm Hg gemessen (Hg ist das chemische Zeichen für Quecksilber). Man schreibt zum Beispiel 140/85 und spricht 140 zu 85.
Kann ich den Blutdruck selbst messen?
Die Blutdruckselbstmessung gibt Ihnen und Ihrem Hausarzt die Möglichkeit, den Erfolg der blutdrucksenkenden Therapie zu kontrollieren. Im Handel gibt es automatische Geräte, die den Blutdruck entweder am Oberarm oder am Handgelenk messen. Die Messungen sollten immer zur gleichen Tageszeit, möglichst im Sitzen und nicht im Stehen erfolgen. Messen Sie immer am gleichen Arm. Da die Blutdruckwerte im Tagesverlauf schwanken ist es sinnvoll, bei der Messung die Zeit zu notieren. Bei mehreren Messungen am Tag kann Ihr Hausarzt so das Blutdruckverhalten im Tagesverlauf beurteilen.
In Zusammenarbeit mit Netcare Medizinverlag
04.03.04 - SB2004_01
Hinweis: Dieser Text dient zu Ihrer allgemeinen Information. Bitte stellen Sie keinesfalls selbst eine Diagnose, sondern suchen Sie, wenn Sie Fragen oder Beschwerden haben, einen Arzt auf. Nur er kann die Symptome aufgrund seiner klinischen Erfahrung richtig einschätzen und gegebenenfalls weitere diagnostische Schritte unternehmen.








