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Geburtsstunde eines Weltkonzerns
Die Geschichte von Pfizer erzählt von Innovationen und Abenteuern, von Risiken und mutigen Entscheidungen. Es ist die Chronik einer kleinen Chemiefabrik, die ihre Anfänge in Brooklyn, New York, nahm, und die sich zum führenden Pharmazieunternehmen der Welt entwickelt hat.
Die aus Deutschland ausgewanderten Apotheker und Chemiker Karl Pfizer und Karl Erhart, die 1849 zusammen das Feinchemie Unternehmen Pfizer & Co gründeten, hätten sich wohl kaum eine Vorstellung machen können, in welche Richtung sich das Unternehmen entwickeln, noch welche Beiträge es im Bereich des medizinischen Fortschritts leisten würde:
Früher Erfolg mit Santonin
Der erste Durchbruch im medizinischen Bereich gelang den Gründern des Unternehmens mit der Entwicklung des ersten geschmacksverträglichen Antiparasitikums, Santonin. Das Produkt wurde sofort zum durchschlagenden Erfolg. Innerhalb von 10 Jahren erweiterten sie ihre Produktpalette um ein Dutzend anderer Chemikalien und Präparate darunter Borax, Kampfer und Jod.
Zitronensäure als Basis des Erfolgs
Zitronensäure war ab Ende des 19. Jahrhunderts über Jahrzehnte hinweg Pfizers populärstes Produkt. Sie wurde anfangs aus dem Saft von Zitrusfrüchten hergestellt, die Rohstoffe dazu wurden importiert. 1917 begann eine neue Ära. Pfizer startete erste Experimente zur biotechnischen Herstellung von Zitronensäure mittels Fermentation. Bereits zwei Jahre später hatte Pfizer das sogenannte SUCIAC-Verfahren (Sugar Under Conversion Into Acid Citric) entwickelt, womit das Unternehmen innerhalb weniger Jahre zum weltgrößten Zitronensäureproduzenten aufstieg.
Mit Penicillin weltweit führend
Die Entdeckung des Penicillins durch Alexander Fleming 1928 markierte für
die moderne Medizin den Beginn einer neuen Ära. Fleming war aber nicht in der Lage genügend Penicillin herzustellen, um es effektiv in der Praxis anzuwenden. Seine Entdeckung wurde daraufhin als labortechnische Kuriosität abgetan.
Zehn Jahre später entdeckten Wissenschaftler Flemings Arbeit erneut. 1941 setzte die amerikanische Regierung erste Impulse für nationale Unternehmen, um die möglichst schnelle Entwicklung eines Verfahrens zur Massenproduktion der "Wunderdroge" voranzutreiben
Mit viel Risiko ließ Pfizer sich auf dieses Rennen ein und schaffte einen weiteren Meilenstein in seiner Geschichte. Die Geschäftsleitung investierte Millionen von Dollar in die Adaption des Hochtank-Fermentationsverfahrens für die Herstellung von Zitronensäure auf die schwierigen Anforderungen der Penicillin-Produktion. 1944 gelang es Pfizer als erstem Unternehmen, Penicillin großtechnisch-biologisch herzustellen. In der Folge lieferte Pfizer anfangs mehr als 90 % der Weltproduktion.
Pfizer erweitert seine Grenzen
1950 begann Pfizer sein wissenschaftliches Know-How optimal zu verwerten und tat den Schritt zum pharmazeutischen Direktanbieter. Das Antibiotikum Terramycin wurde entwickelt und als erstes Produkt in Eigenregie vermarktet. Ausgehend von einem Netzwerk von Verkaufsvertretern in einigen Ländern begann Pfizer mit der Errichtung und Gründung von Zweigstellen auf der ganzen Welt. Mit dem über die Jahre erweiterten Produktportfolio, besonders in den Bereichen Herz-Kreislauf und Erkrankungen des Zentralen Nervensystems wurde Pfizer bald ein erfolgreiches, internationales Unternehmen.
Während andere Unternehmen die Kompetenzen ihrer Mitarbeiter stark einschränkten, gab Pfizer seinen Mitarbeitern im Ausland enorme Autonomie und ermöglichte ihnen, wichtige Entscheidungen gleich und an lokale Bedürfnisse angepasst zu treffen. Die in den 50er Jahren gegründete Division Pfizer International war bald so rentabel, dass sie ihre eigene Expansion finanzieren konnte und so dazu beitrug, die weltweit wachsende Nachfrage nach Pfizer Produkten zu erfüllen.






