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3. Folge: Chronisch entzündliche Darmerkrankungen und Ernährung

Moderator: Hallo und herzlich Willkommen bei „verrücktes Immunsystem“, deinem Podcast rund um ein selbstbestimmtes und achtsames Leben mit Autoimmunerkrankungen im Darm, auf der Haut oder in den Gelenken. Essen sensible Bäuche anders? Haben innere Konflikte eine Auswirkung auf die Entwicklung einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa? Welche Aktivitäten tun mir gut und reduzieren inneren Stress? Wie gehe ich mit einem Schub im Ausland um? Und wo finde ich Austausch und Unterstützung?

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Essen sensible Bäuche anders? Was wir Essen hat nicht nur Einfluss auf unsere Stimmung, sondern auch auf unseren Körper. Wieviel Einfluss die Ernährung auf eine chronisch entzündliche Darmerkrankung hat und ob Ernährung den Grad der Symptome verbessern kann, wie du deine Ernährung optimieren und die Freude am Essen zurückgewinnen kannst, besprechen wir heute mit unseren Expertinnen Oberärztin Dr. Sonja Gassner und Diätologin Maria Benedikt. Nun bitte ich Sie, Frau Oberärztin Dr. Gassner, sich und Ihre Tätigkeit kurz vorzustellen.

Dr. Gassner: Hallihallo an alle, die uns jetzt ein großes Ohr, hoffentlich für ihre Ernährung, widmen. Mein Name ist Gassner Sonja. Ich bin eigentlich das Herzstück der CED-Ambulanz seit vielen, vielen Jahren und habe mich schon seit Jahrzehnten eigentlich mit der Ernährung beschäftigt. Weil eigentlich stört mich der Spruch: „Es gibt keine spezielle Diät für die CED.“ Ich glaube das nicht, denn alles, was wir uns oben über den Mund zuführen, muss über den Magen-Darm-Trakt heraus und soll auch dementsprechend verarbeitet werden. Und eindeutig ist, in meiner Meinung: wir können unsere Symptome deutlich verbessern.

Moderator: Dankeschön. Darf ich auch Sie, Frau Benedikt, um eine kurze Vorstellung bitten?

Benedikt: Ich bin Diätologin und habe 40 Jahre die Leitung der Ernährungsmedizinischen Beratung im Landeskrankenhaus übergehabt und bin seit September in Unruhezustand. Unruhezustand deswegen, weil ich noch zusätzlich eine Praxis führe und es mir immer noch ein Anliegen ist, dass ich Patienten mit dieser Erkrankung betreuen darf und der Kontakt auch mit Frau Dr. Gassner noch nie abgebrochen ist, und das freut mich einfach so, dass ich da immer noch eine gute Zusammenarbeit habe.

Moderator: Vielen Dank. Ich darf Sie nun bitten, unseren Zuhörerinnen und Zuhörern mehr zum verrückten Immunsystem bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn und über die Bedeutung der Ernährung zu erzählen.

Dr. Gassner: Ich fange gleich mal an. Bei mir in der Ambulanz beginnen wir mit der Ernährung von der ersten Minute an, das heißt, wenn jemand von euch zu mir kommt, dann kriegt er nicht nur Information zu Medikamenten, zu meinem ärztlichen Tun, sondern ich schicke euch in der ersten Minute eigentlich auch schon zu der Ernährungsberatung. Es gibt wohl nichts Schlimmeres, als mit Bauchschmerzen am Klo zu sitzen und eigentlich nicht zu wissen, was man die nächsten Minuten essen kann, darf und soll. Und deswegen geht es bei uns im Krankenhaus so ab, dass ich euch dann gleich direkt an die Diätberatung verweise und einen Termin ausmache. Mein Vorteil ist, im Krankenhaus ist das gratis. Das heißt, die Kasse zahlt euch das auch. Im niedergelassenen Bereich haben wir zum Glück ganz viele DiätologInnen, die sich auch gerne mit dem Thema CED auseinandersetzen. Da müsst ihr leider doch selber in die Tasche greifen, da konnten wir mit dem Hauptverband noch keine Lösung erzielen. Maria, wie machst du das mit deinen Erstgesprächen eigentlich? Ich bin ja eigentlich nie dabei, kannst du mir ein bisschen etwas davon erzählen?

Benedikt: Ja, wenn ich eine Überweisung von dir bekomme, dann ist es mal ganz wichtig, dass ich einmal weiß, ist der jetzt momentan im Schub oder hat er durch die Medikamente einfach derzeit Probleme. Von dem hängt das einfach ab. Aber wichtig ist mir immer, am Anfang natürlich eine genaue Ernährungsanamnese zu machen und dementsprechend also dann die Ernährung einzuteilen oder zu führen. Und das ist ja also für uns also immer ganz wichtig; auch wir müssen immer auch ganz hellhörig sein. Geht es hier nur um die Ernährung, oder ist auch von der Psyche her noch ein Problem dabei, und deswegen ist es also toll, dass wir da so eine gute Zusammenarbeit haben, interdisziplinär, und uns da gut absprechen können.

Dr. Gassner: Genau, denn von meiner ärztlichen Seite gibt es schon einen Unterschied, ob du jetzt einen Morbus Crohn hast oder eine Colitis ulcerosa. Das eine betrifft doch vorwiegend den Dickdarm, da sind ganz andere Bakterien im Spiel bei deiner Verdauung als im Dünndarm. Und daher ist meine erste Unterscheidung immer: „Was hast du eigentlich im Darm?“, und dann gibt es noch die drei großen Phasen. Die erste Phase ist sicher die gefürchtetste von mir, von dir und von uns allen, denn das ist der akute Schub. Jeder von uns möchte, dass du den vermeidest, aber eigentlich das Immunsystem lässt uns nicht dahin. Und der akute Schub beginnt bei mir eigentlich damit, dass ich versuche, dich optimal zu ernähren. Und da musst du dich vielleicht doch auch nochmal darauf einstellen, dass ich dich im Krankenhaus behalte und eigentlich mit einer Ernährung über deine Venen starten muss. Das heißt, die Vene deswegen, weil dein Darm nicht mehr in der Lage ist, dass er deine Energie wirklich völlig über die Nahrung aufnehmen kann. Ich gebe dir da einfach Lösungen, die beinhalten Eiweiße, die beinhalten hochkonzentrierte Kohlenhydrate, und das läuft dann über die Venen rein und gibt dir die Kraft, dass du deine Erkrankung heilen kannst. Keine Sorge, zum Essen gibt es bei mir immer etwas, und zwar der Grund liegt darin: gebe ich dir nichts zum Essen, verhungert dein Mikrobiom und es verändert sich. Und ein verändertes Mikrobiom ist Stress für das Immunsystem, und die Folge ist, dass deine Entzündung eigentlich viel, viel schlimmer wird, als sie davor war. Das heißt, es macht keinen Sinn, wenn ihr daheim sitzt in eurem Schub und nichts esst. Ihr stellt eigentlich mehr Schlimmes an, als ihr Positives bewirken könnt. Von meiner Seite her geht es dann gleich wieder Richtung Ernährungsberatung. Das heißt, ich rufe euch eine Diätberaterin, die stellt euch dann die Ernährung speziell zusammen. Wir versuchen natürlich auch etwas zu finden, was dir schmeckt. Denn mir ist schon klar, dass diese Krankenhauskost und diese ganzen Diäten nicht viel Geschmack haben, aber es hilft es uns halt einfach, dass du dich heilen kannst. Zu 90 Prozent aller Schübe kannst du zuhause bleiben und wir decken deinen Energiebedarf tatsächlich mit Ernährung zuhause ab und geben dir vielleicht ab und an noch eigene Zusatznahrungen dazu. Maria, was hast du da für Tipps? Was gibst du dem Patienten? Was darf er denn am Anfang essen? Und was machen wir eigentlich, wenn er einfach nur mehr Gewicht verliert?

Benedikt: Ja, am Anfang, wie du schon richtig gesagt hast, gibt es also Kleinigkeiten. Man kann das sehr gut mit Suppe abdecken, die kann man also auch so abschmecken, dass sie also auch noch nach was schmeckt. Es ist nämlich grad wichtig, dass sie zum Beispiel gesalzen sind, weil, wenn jemand Durchfall hat, dann ist es wichtig, dass er einen gewissen Salzkonsum doch nimmt und bei Suppen kann man die also dann sehr, sehr gut abschmecken damit. Du sprichst die Zusatznahrungen an. Also für mich ist es nämlich ganz, ganz wichtig, auch euch zu sagen, wenn ihr an so einem Schub erleidet, dass ihr wirklich schaut, öfters am Tag kleinere Mahlzeiten zu euch zu nehmen und dann zum Beispiel zu versuchen, auch dieses, diese hochkalorischen Zusatznahrungen zu nehmen. Wenn ich von meiner Erfahrung spreche, dann ist es halt immer so, dass jeder sagt: „Ach, ich mag keine so fertigen Fläschchen zu mir nehmen.“ Da kann ich euch nur einen Tipp geben: Es gibt es also auch in Pulverform und man kann das sehr, sehr gut zum Beispiel in Suppen, in ein Milchmixgetränk hineinrühren. Das Wichtige ist nur: Lasst euch gut beraten! Weil es gibt sehr, sehr viele so Zusatznahrungen, Pulverform, Eiweißpulver, die man sich im Internet bestellen kann. Das ist manchmal sehr schwierig, weil man nicht unterscheiden kann, ist das wirklich jetzt für mich was ganz was Gutes? Und ich kann Ihnen, kann euch nur einen Tipp geben: wenn es mit Molkenprotein zusammengesetzt ist und wenn in 100 Milliliter ungefähr 10 Gramm an Eiweiß drinnen ist, dann habt ihr ein sehr, sehr gutes Produkt gewählt. Und wenn es schon fertig in Flüssigkeitsform ist, dann kann man es also auch zum Beispiel mit Beerenfrüchten sehr gut verbessern, dass es wirklich nach was schmeckt.

Dr. Gassner: Manchmal muss ich jetzt ein bisschen unfair werden. Ich werde jetzt eine Erkrankung besonders hervorheben, und das ist der Morbus Crohn. Denn für Morbus Crohn kann ich dir als Lösung wirklich die Ernährung als Diätform anbieten. Das heißt, ich nehme jetzt eine Ernährungsform an und versuche, deinen Körper diesmal in deinem akuten Schub nicht unbedingt mit Cortison zu behandeln. Das ist bei kleinen Kindern und auch Jugendlichen eigentlich nach wie vor Standard. Das heißt, die kriegen statt Cortison eine wirklich spezielle Ernährungsform. Beginnen tun wir mit dem Ganzen mit einer reinen Eiweißpulver-Diät. Das heißt, ich beginne wirklich tatsächlich mit hundert Prozent hier; für Erwachsene können wir schon teilweise ein Kompromiss starten. Das heißt, dass wir nur 70% mit dieser Diät starten und du darfst dann zum Teil mit Kartoffeln und Hühnerfleisch, und auch Gemüse ist erlaubt, den restlichen Energiebedarf decken. Aber bitte fang solche Dinge niemals alleine an. Das ist eine einseitige Diät. Wir müssen genau berechnen, was du isst, wie viel du isst, und müssen auch mit deinem Gewicht kalkulieren. Keine Sorge, du wirst im Internet viel Information finden. Wir arbeiten nicht mit Magensonden. Das machen wir nur bei kleinen Kindern. Ich bin überzeugt davon, dass du in deinem Alter schon sehr wohl diese Nahrungen trinken kannst. Sie schmecken ganz gut, und die heilige Heidelbeere und Erdbeere hilft mir da, ein bisschen Geschmack hineinzubringen. Ich bin stolz auf jeden Patienten, der das tatsächlich durchzieht. Ich weiß, die Diät ist hart, aber dein Immunsystem und dein Darm wird es dir danken. Und eine Dauer von 12 - 18 Wochen ist, glaube ich, ganz gut absehbar.

Benedikt: Und keine Angst, die Diätologin ist noch hinter dir. Die motiviert dich auch und du kannst sie jede Woche einmal besuchen und dann geht das also auch wieder besser. Sie kann dir auch nochmals zusätzliche Tipps geben, wie du diese Nahrung verbessern kannst, dass du auch vielleicht das, was du sehr gerne isst, vielleicht mit einplanen kannst, und es klappt wunderbar.

Dr. Gassner: Ich glaub, wir wollen jetzt nicht nur über die harte Phase deines Lebens reden. Wir gehen jetzt schön langsam, glaub ich, in die zweite Phase weiter. Das ist für mich die Abheilungsphase. Das heißt, wir wollen uns jetzt schon langsam wieder in die normale Diät zurückbegeben. Das heißt, ich möchte dein Essverhalten wieder normalisieren. Maria, was tun wir, damit der Patient jetzt wieder normal essen kann, außer den Kochlöffel zu schwingen?

Benedikt: Ja das gehört vielleicht ein bisschen dazu, den Kochlöffel schwingen. Aber das Erste ist ganz, ganz wichtig: Du musst schauen auf ein richtiges Essverhalten. Das ist eines der wichtigsten Gebote, das auch für uns gesunde Menschen ganz wichtig ist. So ist es also auch für einen Erkrankten wichtig, dass er wirklich darauf achtet, seine Mahlzeiten erstens mal langsam und mit Ruhe einzunehmen, sich Zeit zu nehmen zum Essen. Manchen sage ich zum Beispiel, die immer so mit Terminkalender kommen: „Schreibt euch auch im Terminkalender: Essen, eine Stunde.“ Das muss drinnen stehen, weil sonst nimmt man sich nie Zeit zum richtig Essen. Es gibt auch welche, die frühstücken nicht gern. Überhaupt kein Problem. Man muss nicht um sieben Uhr frühstücken, sondern man kann das ohne weiters auch um neun Uhr dann erst zu sich nehmen. Und ein ganz ein wichtiger Tipp für mich ist es auch noch, dass wir feste Speisen, besonders beim Mittagessen und beim Abendessen, von der Flüssigkeit trennen. Also das heißt, trink nicht direkt zum Essen dazu, sondern mach das eine halbe Stunde früher oder eine halbe Stunde später. Der Grund dafür ist es, dass wir mal aufpassen müssen, dass du wirklich gut kaust. Das heißt, es gibt ein altes Sprichwort: Gut gekaut ist halb verdaut. Und wenn du aber sofort was dazu trinkst, dann schluckst du eigentlich etwas runter, dass du noch nicht einmal richtig im Mund gehabt hast. Beobachte selber mal Leute im Gasthaus, die neben dir sitzen, wie die das machen, und dann lernst du wirklich, und zu sagen: „Ja das ist ja wirklich so.“ Man nimmt sofort das Glas und schluckt was hinunter und das ist also ein ganz ein wichtiger Teil. Auch was ich dir raten würde: nicht zu spät am Abend zu essen. Besonders wenn, du musst nicht um fünf Uhr deine letzte Mahlzeit nehmen, weil du gehst vielleicht erst um elf Uhr schlafen. Aber so zwei Stunden vorher deine Mahlzeit zu dir zu nehmen wäre ganz günstig. Und versuche deinen Zuckerkonsum möglichst zu reduzieren. Das tut deinen Darmbakterien nicht gut, sondern du fütterst einfach die Keime damit und nicht deine guten Darmbakterien damit.

Dr. Gassner: Bitte schreck dich auch nicht, in dieser Phase ist Durchfall eigentlich eine Normalität. Dein Darm weiß sich nicht anders zu helfen. Er muss versuchen seine Schadstoffe loszuwerden. Aber es gibt doch ein paar Tricks und Tipps, wie wir dir helfen können mit deinen Durchfällen. Maria, was tue ich in meiner Küche? Kann ich mir da helfen?

Benedikt: Also sehr gut, und auf die schwöre ich, das ist die Karottensuppe nach Moro. Mach dir jetzt keine Angst, dass das also so ein Mordsaufwand ist, wenn du diese Suppe machst. Sondern da ist es einfach wichtig, Karotten einfach ganz, ganz lang zu kochen, dann mit Salz etwas abzuschmecken, zu mixen und was passiert dann mit dieser Suppe? Die Karotten, wenn die also gut, gut gekocht sind und dann passiert sind, dann sind da sehr viele Kohlenhydrate in Form von Oligosacchariden drinnen, und die heften sich sehr, sehr gut an die Darmschleimhaut und verhindern die Anheftung von Keimen. Und das ist etwas, wo du dir sehr, sehr viel helfen kannst. Du kannst auch diese Suppe vormachen. Du musst sie also jetzt nicht nur immer Portionsweise machen, sondern du kannst dir für mittags und für abends gleich eine Suppe machen. Auch für den nächsten Tag. Und spannend ist auch noch, wenn du so eine, wenn du Karotten so lange kochst, dann hast du auch ein noch zusätzliches Beta-Carotin drinnen. Das für unseren Körper sehr gut in der Form bioverfügbar ist und das also auch für dein Immunsystem wieder sehr unterstützend wirkt.

Dr. Gassner: Und jetzt komm ich. Ich liebe Heidelbeeren. Maria, warum liebe ich Heidelbeeren in meiner Ambulanz?

Benedikt: Da ist es wieder so rum, in den Heidelbeeren sind vor allen Dingen die Anthocyane drinnen und Gerbstoffe, und auch die können also unseren Durchfall etwas vermindern. Auch sehr gut ist, zum Beispiel die getrockneten Heidelbeeren zu nehmen und aus getrockneten Heidelbeeren einen Tee zuzubereiten. Es geht ganz, ganz einfach. Du nimmst einen Esslöffel Heidelbeeren, stellst den mit einem halben Liter Wasser zu, kochst das auf, lässt das zehn Minuten ziehen, seihst es ab und trinkst diesen Tee schluckweise. Das ist also ein ganz ein guter Tipp. Vielleicht greife ich jetzt bisschen vor, aber du kannst also auch die Heidelbeeren zum Beispiel in Form von einem Sharab machen. Was heißt Sharab? Sharab ist einfach, das heißt übersetzt vom Arabischen Trinken. Und da setzt man zum Beispiel frische Heidelbeeren in einen vergorenen Essig an, Apfelessig an, der nicht pasteurisiert ist. Also wenn du in ein Geschäft gehst und da gibt es einen Demeter Apfelessig, dann bist du da sicher, dass du einen guten Essig erwischt. Dann setzt du diese Heidelbeeren an, gibst einen Löffel Zucker dazu, lasst das also stehen. Ein genaues Rezept kann ich dir dann empfehlen, steht in unseren CED-Büchlein drinnen. Und das seihst du dann ab und das ist ein wunderbares Getränk und du hast diese guten Stoffe von der Heidelbeere also auch mit drinnen, hast zwei Fliegen auf einen Schlag, du hast vom Essig sehr, sehr gute Bakterien, Essigsäurebakterien nimmst du mit auf und von den Heidelbeeren diese Anthocyane, und du trinkst noch genug. Das ist also der Vorteil davon.

Dr. Gassner: Genau, weil, wenn du Durchfälle hast, musst du trinken. Ich weiß schon, es hilft super, wenn du nichts mehr trinkst, denn deine Durchfälle werden weniger, aber glaub mir, wenn du ausreichend Flüssigkeit zu dir führst, fühlst du dich deutlich, deutlich besser. Das heißt, über den Tag verteilt sind es oft bis zu drei Liter, die ich von dir verlange. Ich bin mir klar, dass natürlich Wasser und Tee total langweilig sind, aber ich glaube, Maria hat noch ein paar Tipps, die du verwenden kannst. Finger weg bitte von all diesen süßen Fertig-Sirupen und Cola und alles was es noch so am Markt gibt. Das mag wohlschmeckend sein, aber dein Darm wird dich verfluchen die nächsten Stunden.

Benedikt: Du kannst ohne weiters, auch wenn du dir das Wasser schon richtig fad wird, kannst du gerne auch ein bisschen mal einen Verdünnungssaft hineingeben oder du kannst zum Beispiel dir mit Früchten, wie mit Hagebutte oder auch Malve, kannst du dir einen wunderbaren Eistee zubereiten. Also nicht eisgekühlt dann trinken, sondern eher also nur im kalten Zustand, so wie er in der Küche steht, und schluckweise trinken. Du könntest auch zum Beispiel, also wie schon gesagt, so einen Sharab trinken und von was ich sehr viel halte, du kannst also auch eine Gemüsebrühe trinken. Und die gibt es ja schon auch als Fertig-Gemüsebrühen in Form von einem Instantpulver, das du dann nur in Wasser auflösen kannst. Wichtig auch, nimm gute Qualität oder mache dir einfach selber eine Gemüsebrühe. Geht ganz einfach: kaufe dir Wurzelwerk, das gibt es schon in so einem Bund zu kaufen, wo schon Karotten, Petersilie, Lauch und so weiter beisammen sind. Das gibst du in Wasser und lässt das also ein paar Stunden köcheln, gibst ein gutes Kräutersalz dazu, und das kannst du im warmen Zustand immer wieder zwischendurch trinken. Die Sonja hat schon gesagt, es ist ganz, ganz wichtig, Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Aber pass auf! Nimm es wirklich schön verteilt am Tag. Auch ein Tipp, wenn du zum Beispiel in der Früh aufstehst: Wenn du ein Glas im Badezimmer stehen hast und es sofort in der Früh mit Wasser füllst und einen Schluck trinkst, dann hast du schon einen Vorteil. Du fängst immer mit kleinen Portionen schon in der Früh an und nicht, dass du dann sagst am Nachmittag, die Frau Doktor hat eigentlich gesagt, ich soll viel trinken, also muss ich jetzt sofort mal einen Liter hinunterschwemmen. Das wäre gar nicht gut, weil da förderst du eigentlich wieder diesen Drang, auf die Toilette zu gehen, viel schneller.

Dr. Gassner: Aber ich glaub, wir gehen jetzt mal in deine letzte Phase. Meine absolute Lieblingsphase und ich glaube, es ist auch deine Lieblingsphase. Das ist die Remissionsphase. Das heißt, wir haben jetzt endlich geschafft, dein Immunsystem runterzubekommen, die Schleimhaut beginnt wieder normal zu arbeiten und wir können dich ins normale Leben zurückführen. Mir ist schon klar, du hast wahnsinnige Angst, dass du wieder einen Schub bekommst und du möchtest natürlich wieder alles tun, um das zu verhindern. Die meisten sagen dann: „Bitte esse einfach gesund, möglichst bunt und alles was auf den Teller kommt.“ Naja, der Tipp ist relativ nett, denn was ist denn gesund und was vertrage ich denn überhaupt, was ist denn überhaupt bunt und ist all dieses Gemüsezeug überhaupt für mich geeignet? Ich sag dann zu euch einfach: „Es ist leider tatsächlich so. Jeder von uns ist anders, unser Mikrobiom ist anders, wir sind alle anders groß geworden, wir sind andere Ernährungsformen gewohnt.“ Macht doch einfach mal ein Tagebuch. Schreibt rein, wie ihr esst, wann ihr esst und bitte auch die Symptome dazu. Sonst können wir uns nicht helfen, und tatsächlich aus solchen Tagebüchern, egal ob digital oder geschrieben oder gemalen, es ist mir egal, finden wir viel heraus. Wir sehen oft Intoleranzen, bevor wir sie austesten müssen. Das heißt zwei Wochen jeden Tag niederschreiben, das glaub ich schafft jeder von uns, und dann geht es wirklich ab zur Ernährungsberatung. Weil, wir lassen dich auch in dieser Phase nicht allein und versuchen langsam, aber beständig, dir doch eine gesunde Kost zu vermitteln. Maria, was machst du dann mit denen?

Benedikt: Ja, Sonja, du sprichst da wirklich was Gutes an. Für uns ist es nämlich so ein gutes Werkzeug, wenn wir schon wissen, wie du dich einfach die letzten 14 Tage ernährt hast. Damit lesen wir sehr viel heraus, wir können dann also deine Kostformen viel besser anpassen. Ich gebe dir zum Beispiel nur einen Tipp. Es gibt viele, die sagen: „Ich mag so gern Pizza und ich mache sie eh schon selber zu Hause.“ Ich kann dir zum Beispiel einmal einen Tipp geben, die Pizza nicht mit einem normalen Weizenmehlteig zu machen, sondern vielleicht einmal mit einer Polenta Pizza dich also begeistern. Da hast du dann noch den Vorteil zum Beispiel, dass du durch diesen Polenta-Boden zu mehr Eiweiß kommst und auch die Pizza dann für dich auch bekömmlicher ist. Das wäre jetzt nur so ein Vorschlag, und gerade da gibt es viele, viele Ansätze. Auch zum Beispiel sehen wir sehr schnell, wenn du immer eine Milch trinkst und du hast dann Durchfall, dann wirst du wahrscheinlich ohne Austestung eine Laktose-Intoleranz vorweisen. Und auch hier können wir dir dann eine Unterstützung geben. Auch ein Tipp zum Beispiel, wenn du nicht die Milch nimmst, sondern Ersatzmilch, die haben zwar weniger Eiweiß, wäre das eine Möglichkeit, das so auf diese Weise zu ersetzen, oder du nimmst eher die gesäuerten Milchprodukte, die auch sehr eiweißreich sind, aber sehr wenig nur mehr an Laktose haben. Zum Beispiel wenn du dann ein Joghurt isst und bis zum Haltbarkeitsdatum stehen lässt und dann erst genießt, dann hast du den Vorteil, dass der Milchzucker schon abgebaut ist und sehr viel Milchsäure drinnen ist und sehr gut für die Bakterien, die deinem Darm wieder sehr, sehr guttun.

Dr. Gassner: Aber Maria, fürs Kochen habe ich nie Zeit. Also ich arbeite teilweise bis spät in die Nacht, habe noch einen Kinderstall zuhause. Also gesunde Ernährung und nicht Kochen?

Benedikt: Geht auch. Man muss nur bisschen erfinderisch werden. Manchmal zum Beispiel, wir sagen immer, sie sollten unbedingt ein bisschen ein Gemüse dazu nehmen. Es ist immer eine Fehlmeinung, dass man nur frisches Gemüse nehmen muss. Nein, man kann also auch Tiefkühlgemüse zu sich nehmen und das ist ja schnell zubereitet. Vielleicht ist es auch eine Idee, vielleicht einmal nachzudenken, welche Küchengeräte habe ich zuhause und kann ich mir ein Küchengerät anschaffen, wo ich schneller etwas zubereiten kann. Wie zum Beispiel einen Dampfgarer. Das sind also auch oftmals Tipps, die man also auch mitgeben muss. Man kann auch mal vielleicht am Samstag oder Sonntag einmal, hat man vielleicht einmal Lust und Laune ja mal was vorzukochen, kann man auch gut einfrieren. Auch das wäre eine Möglichkeit und man kann also auch oftmals ganz schnell Essen zubereiten, was nicht so einen Aufwand benötigt. Gerade zum Beispiel, wenn ich an Suppen denke. Die kann ich einfach sehr gut zubereiten, und eine warme Suppe tut mir immer sehr, sehr gut und da komme ich oftmals dann auch wieder, ich kann es einfrieren oder ich komm für zwei, drei Tage damit aus. Ich kann sie dann immer wieder anders zubereiten; wenn ich eine klare Suppe, Gemüsesuppe mache, kann ich mal schnell eine Einlage machen. Also da gibt es ganz gute Tipps in unserem Kochbuch. Da kannst du mal nachschauen und das kannst du dir auch bestellen.

Dr. Gassner: Und man kann es leider tatsächlich in zehn Minuten kochen. Ich habe schon selbst versucht. Wir sind jetzt natürlich im Bereich der Diäten und viele meiner PatientInnen lehnen bestimmte Kostformen einfach ab. Also modern ist vegan. Das ist mir bewusst, wenn du vegan leben möchtest, es wird extrem kompliziert für dich. Das sage ich dir gleich. Vegetarisch ist mir schon eine Spur lieber, vor allem dann, wenn ich noch mit Milchprodukten und Ei-Produkten arbeiten kann. Aber ich schicke dich dann ganz, ganz, ganz sicher weiter an die Maria. Die kann dir da sicher ein bisschen helfen. Jedoch bitte beachte: aus ärztlicher Sicht sind alle diese einseitige Kostformen extrem schwierig zu handhaben. Du musst dir Zeit nehmen, du musst dich mit deiner Ernährung intensiv auseinandersetzen, sonst fügst du eigentlich deinem Körper mehr Schaden zu als du ihm Gutes tust. Maria, was gibst du als wichtigsten Tipp?

Benedikt: Also ich bin auch deiner Meinung, Sonja, also mit der veganen Kostform habe ich auch keine große Freude, weil da geht es darum, also nur mit der Nahrung alleine wirst du besonders die Mikronährstoffe, also wie die Vitamine, die Mineralstoffe zu wenig zu dir nehmen. Das Vitamin B 12 zum Beispiel ist da ganz eine große Gefahr. Aber das können wir ja dann immer noch mit dir absprechen, wenn einer wirklich bewusst auf diese vegane Kostform eingegangen ist. Aber was wichtig ist: vegetarisch funktioniert sehr, sehr gut. Also da habe ich keine Probleme, besonders, wie du schon gesagt hast, wenn Milch- und Eiprodukte dabei sind. Weil hier geht es darum, um wirklich gutes Eiweiß unserem Körper zuzuführen. Du musst immer bedenken, wenn du so eine Krankheit hast, dann ist dein Immunsystem auch sehr geschwächt. Wenn das Immunsystem geschwächt ist, dann baut der Körper auch sehr viel Eiweiß ab und er braucht aber immer wieder das Eiweiß, um wieder besonders, also die Immunzellen wieder aufzubauen. Und da geht es darum, dass du zum Beispiel gute Eiweißquellen nicht nur durch Fleisch und Fisch dir holen kannst, sondern durch gute Kombinationen von Lebensmitteln. Wir sprechen da immer von der biologischen Wertigkeit des Eiweiß. Was heißt das? Eiweiß, der kleinste Bestandteil vom Eiweiß sind die Aminosäuren und es gibt neun davon, die sind unentbehrlich. Also die braucht der Körper, um wieder eigene Körpersubstanz aufzubauen, und siehe da, das Ei zum Beispiel hat das in sehr optimaler Form. Und wenn ich aber zum Beispiel Ei mit Kartoffeln zum Beispiel mische oder zum Beispiel Topfen mit Kartoffeln mische, dann habe ich eine sehr, sehr gute biologische Wertigkeit von Eiweiß, ohne, dass ich Fleisch esse, und ich kann also sehr gut meine Körperzellen wieder damit aufbauen. Da muss ich mich nochmal damit auseinandersetzen und ich kann da viele, viele Gerichte finden, die ich auf diese Weise zubereiten kann und da haben wir sehr viel von unserer alten Kultur gelernt. Weil früher hat man einmal in der Woche Fleisch gegessen und hat sich also auch mit Kartoffelgerichten oder mit Haferflockensuppe mit Ei oder mit einem Grießbrei hat man sich also so ernährt. Und das kann man ja auf die moderne Art bringen. Ich habe ja schon eins zum Beispiel erwähnt. Man könnte auch einen Polenta-Auflauf machen: man kocht Mais mit Milch, streut dann noch Käse darauf, isst ein bisschen ein Gemüse dazu und man hat ein wunderbares Gericht, das auch vegetarisch ist und aber auch unserem Körper sehr guttut.

Dr. Gassner: Maria, jetzt hast du mich endlich überzeugt, meine Küche zu putzen und wieder zu aktivieren. Danke für die Rezepte, aber wo finde ich die zum Nachlesen?

Benedikt: Sonja, die Rezepte habe ich zusammengeschrieben, und zwar gibt es da ein Booklet. Das könnt ihr abrufen unter www.pfizer.at oder bei der CED-Selbsthilfegruppe. Die haben das Büchlein auch oder zum Beispiel, du hast es auch liegen. Also alle Gastroenterologen können dir das geben oder auch alle DiätologInnen, die dich beraten.

Dr. Gassner: Genau. Bitte achte auf deine Spurenelemente, achte auf deine Vitamine. Das ist ganz wichtig in deiner Ernährung und ich möchte ganz kurz das Kalzium hervorstreichen. Der Grund liegt darin, ich komme nicht immer ohne Cortison-Therapien aus und gerade, wenn du Cortison nimmst, brauchst du genug Kalzium für deinen Körper. Und dann müssen wir dir jetzt nicht immer die Tabletten geben, weil da ist mir schon klar, die verträgt nicht jeder. Viele kriegen Magenschmerzen, Durchfälle. Wir können dir auch mit der Ernährung unter die Arme greifen und da gibt dir die Maria jetzt ein paar Tipps, wo sehr viel Kalzium drinnen ist.

Benedikt: Ja, das erste ist sicherlich die Milch und die Milchprodukte. Nur immer will man das nicht, also kann man sich also auch anders ein bisschen abhelfen. Sehr gut wäre die Kombination zum Beispiel mit verschiedenen Gemüsesorten. Kalzium enthält zum Beispiel sehr viel der Brokkoli, der Fenchel, der Lauch. Und da kann man das also sehr gut kombinieren und nicht zu vergessen, auch aus der Pflanze, aus dem pflanzlichen Bereich kann man Kalzium zu sich nehmen und da wäre zum Beispiel der Sesam sehr gut. Tahin zum Beispiel, die Sesampaste, ist ja momentan auch sehr modern geworden. Ihr kennt sicherlich den Hummus-Aufstrich. Auch da ist diese Sesampaste drinnen und damit kann man sich also auch Kalzium zuführen. Nicht zu vergessen: auch gibt es einige Mineralwässer, die sehr kalziumreich sind. Kalziumreiche Mineralwässer nennt man immer die, die pro Liter 150 mg Kalzium enthalten. Schau dir mal diese Mineralwässer genau an und nimm eher diejenigen, die wenig Kohlensäure haben oder sprudle da die Kohlensäure ein bisschen heraus, weil Kohlensäure, wenn es zu viel angereichert ist damit, dann kanns also auch oftmals Blähungen machen und das tut dir vielleicht nicht immer ganz gut. Aber das spürst du eh dann selber.

Dr. Gassner: Und zum Kalzium gehört das Vitamin D. Dank Corona, glaube ich, kennt jeder von uns jetzt Vitamin D. Bitte rede unbedingt mit deinem Arzt mal darüber, dass er deinen Vitamin D-Spiegel bestimmt. Und vielleicht gerade im Winter wirst du ganz sicher einen Vitamin D-Ersatz brauchen. Das schaffen wir nicht über die Ernährung. Wir sind keine Eskimos und niemand ernährt sich so, dass er wirklich tatsächlich genug Vitamin D in die Nahrung, in der Nahrung erhält, also zuführen kann. Komm zum Arzt, mach eine Blutbestimmung und wir werden das in Form von Kapseln, von Tropfen, ersetzen können. Bitte keine eigenmächtigen Handlungen, denn die Zeitung ist nicht umsonst voll im Moment mit Nierenversagen durch hochdosiertes Vitamin D. Ganz kurz möchte ich jetzt zum Schluss noch auf die Naturheil-Produkte eingehen. Ich glaube, die interessieren alle von uns sehr, weil jeder möchte möglichst natürlich seine Erkrankung behandeln. Gerade für Crohn, Colitis ist natürlich das Kurkuma im Vordergrund. Kurkuma hat tatsächlich antientzündliche Eigenschaften, aber wir brauchen eine Höchstdosis. Die Höchstdosis ist teilweise 3 - 4 Gramm, mit denen wir arbeiten müssten. Das heißt, ich müsste dir tatsächlich Kurkuma Kapseln geben und da würdest du oft 10 - 15 Tabletten pro Tag schlucken müssen. Also, ich glaube, das verträgt keiner von uns. Kurkuma vielleicht doch ein bisschen in der Ernährung einstreuen? Da tust du deinem Darm sicher was Gutes. Maria, aber ich glaub, da müssen wir ein paar Sachen beachten mit Kurkuma?

Benedikt: Ja, bei Kurkuma ist es so, erstens solltest du es nicht in frischer Form, sondern immer in getrockneter Form, also in Pulverform zu dir nehmen, weil da ist es besser verfügbar für unseren Körper. Kurkuma ist aber auch, hat natürlich eine gewisse Schärfe, und so, wie die Sonja schon sagt, du kannst manchmal nur eine Prise hineingeben, weil sonst ist dir das einfach vielleicht zu scharf. Aber einen Tipp kann ich dir zum Beispiel geben: Du kannst dann mal eine Kurkumamilch machen. Die ist also sehr bekömmlich. Du kochst einfach Milch auf, gibst einfach so wie früher, wie man den Kakao gemacht hat von jeher, tust ein bisschen das Kurkuma mit Wasser anrühren und löst ihn dann in der Milch auf, kochst das auf und trinkst es dann schluckweise. Wichtig wäre, der Kurkuma oder das Curcumin, das ist also dieser Stoff, der in Kurkuma enthalten ist, wäre noch besser für unseren Körper verfügbar, wenn du eine Spur Pfeffer hineingibst und zum Beispiel ein bisschen Muskatnuss hinein schabst, weil Muskat beruhigt natürlich auch. Und das wäre zum Beispiel ein wunderbares Getränk, das du am Abend nehmen kannst. Du hast erstens einmal wieder ein bisschen Eiweiß, das du dir zuführst, und dann noch einen sehr wichtigen sekundären Pflanzenstoff. Und da möchte ich noch auf das hinweisen: Es geht nicht nur immer um die Vitamine und um die Mineralstoffe, sondern es gibt noch etwas, was für unseren Körper sehr wichtig ist: Das sind die sekundären Pflanzenstoffe. Die brauchen wir nur in ganz minimaler Menge, und zwar nur 1,5 Gramm, und die sind zum Beispiel sehr viel enthalten in Obst und Gemüse. Und was das Spannende ist: diese sekundären Pflanzenstoffe sind oftmals so wie das Curcumin oder auch das Beta-Carotin, das ich heute schon erwähnt habe, in gekochter Form viel besser für unseren Körper aufnehmbar. Das wäre noch mein Tipp dazu.

Dr. Gassner: Ich glaube, wir kommen jetzt doch mal zum Abschluss unseres Podcasts. Ich glaube, wir können noch stundenlang über deine Ernährung reden, aber das wird einfach zu viel. Ich danke euch für‘s Zuhören. Mir ist es ganz wichtig, dass ihr in Zukunft wieder mit viel Freude essen könnt, mit wenig Schmerzen nach dem Essen hinausgehen könnt und wieder auch Spaß am Kochen findet. Maria, hast du noch ein paar Worte?

Benedikt: Ja, für mich ist es auch wichtig: Denkt an euer Essverhalten, schaut, dass ihr euch wirklich die Zeit nehmt zum Essen, versucht das also auch umzusetzen und wir DiätologInnen, wir geben euch gerne Tipps, wie ihr das in die Praxis gut umsetzen könnt.

Dr. Gassner: Und keine Sorge, euer Arzt ist auch nicht perfekt. Ich liebe Schokolade.

Benedikt: Und manchmal sind auch Süßigkeiten drinnen. Die darf man auch essen. Und ersetzt es nicht mit irgendwelchen Zuckerersatz-Mitteln, sondern wenn, dann nehmt ein bisschen einen Zucker zu euch und den genießt ihr.

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Du hast Fragen zu Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa? Dann wende dich an die Österreichische Morbus Crohn Colitis ulcerosa Vereinigung unter www.oemccv.at oder informiere dich auf www.ced-kompass.at

Wir freuen uns darauf, dich bei der nächsten Folge von „Verrücktes Immunsystem“ wieder mit wertvollen Informationen versorgen zu dürfen.
 

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