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Brustkrebs ist die häufigste Krebsform bei Frauen. In vielen Fällen wird das Wachstum der Krebszellen durch weibliche Geschlechtshormone stimuliert. Solche Tumore bezeichnet man als Hormonrezeptor-positiv. Eine Antihormontherapie kann diesem Mechanismus entgegenwirken. Sie ist daher neben Operation, Chemotherapie und Bestrahlung ein wichtiger Bestandteil der Behandlung des frühen Hormonrezeptor-positiven Brustkrebses. 

Leider können damit nicht alle Patient*innen geheilt werden. Bei bis zu einem Drittel der Betroffenen kehrt der Krebs – oft auch erst nach vielen Jahren – wieder zurück und bildet Metastasen. Darüber hinaus gibt es auch Patientinnen, bei denen der Hormonrezeptor-positive Brustkrebs erst im metastasierten Stadium entdeckt wird und für die daher eine Operation nicht mehr in Frage kommt. In beiden Fällen können Zellzyklushemmer, sogenannte CDK4/6-Hemmer, zum Einsatz kommen. Um ihre Wirkweise zu verstehen, schauen wir uns zunächst den normalen Zellzyklus an.

Der Zellzyklus besteht aus vier Phasen: 

In der G1-Phase wächst die Zelle und bildet neue Zellbestandteile aus. In der Synthese-Phase (S-Phase) wird das Erbgut verdoppelt. In der G2-Phase bereitet sich die Zelle auf die Teilung vor. Und in der Mitose-Phase teilt sich diese. Der Ablauf der einzelnen Phasen wird durch bestimmte Faktoren kontrolliert, die Cyklin-abhängigen Kinasen, kurz CDKs. Sie wirken im Zusammenspiel mit Cyklinen. Das sind kurzlebige Eiweiße, die jeweils nur in bestimmten Phasen des Zellzyklus gebildet werden. Bindet das passende Cyklin an eine CDK, kann die Zelle von einer Phase in die nächste wechseln. CDK4 und 6 geben durch Bindung an Cyklin D den Startschuss für die Zellteilung.  Die Zelle wird dazu veranlasst, von der G1-Phase in die S-Phase zu wechseln. 

In gesunden Zellen wird eine übermäßige Zellteilung durch regulierende Mechanismen verhindert. In Tumorzellen funktioniert diese Regelung nicht mehr. Auch hier spielen die Hormonrezeptoren wieder eine Rolle. Sie führen zur übermäßigen Bildung von Cyclin D, wodurch es zu einer dauerhaften Aktivierung von CDK4 und 6 kommt. Das begünstigt die unkontrollierte Zellteilung. In Kombination mit der Antihormontherapie können CDK4/6-Hemmer diesen Ablauf unterbrechen. Sie blockieren die Bindung von CDK4 und 6 an Cyklin D und verhindern den Übergang der Zelle von der G1- in die S-Phase, während die Antihormontherapie zusätzlich die Aktivität der Hormonrezeptoren einschränkt – die übermäßige Zellteilung wird unterbunden und das Voranschreiten des metastasierten Brustkrebses damit verzögert.

 

Weitere Informationen finden Sie in dieser Broschüre.