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Erektionsprobleme haben nicht nur ältere Männer. Bereits mit 30 ist etwa jeder zehnte Mann betroffen. Mit steigendem Alter erhöht sich jedoch das Risiko für eine sexuelle Funktionsstörung. Die gute Nachricht: Egal in welchem Alter das Problem auftritt - mit den richtigen Ansprechpartnern lässt es sich meist gut in den Griff bekommen.

„Ein berühmter Altersforscher sagte: brain, muscles, penis – use it or lose it. Das Training ist also, wie für jede Muskulatur, ein wichtiger Faktor.“

Univ.-Doz. Dr. Michael Rauchenwald,

Vorstand Urologie und Andrologie SMZ Ost

730.000

Männer in Österreich haben ein Problem mit der Potenz

Herwig R., Erektion & Erektionsstörung

Textbeschreibung

Der Urologe Univ.-Doz. Dr. Michael Rauchenwald ist Experte für erektile Dysfunktion (ED). Er erklärt, was hinter dem Potenzproblem steckt und was man dagegen tun kann.

Wann spricht man von einer Potenzstörung?

Rauchenwald: „Von einer erektilen Dysfunktion spricht man, wenn es dem Mann nicht mehr gelingt, eine für einen befriedigenden Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu erreichen und aufrechtzuerhalten.“ 

Was kann hinter dem Problem stecken?

Rauchenwald: „Die Ursachen sind sehr vielseitig, weil Nervensystem, Gefäßsystem und Psyche perfekt zusammenspielen müssen – ein komplexer Mechanismus. Vor allem ein hoher Stresslevel ist Gift für die Erektion. Weiters können eine schlechtere Durchblutung durch vorgeschädigte Gefäße oder die Blutzuckerkrankheit Diabetes mellitus, bei der die Muskelfasern geschädigt werden, Grund für eine erektile Dysfunktion sein.“

Ist erektile Dysfunktion ausschließlich ein Leiden älterer Männer?

Rauchenwald: „Probleme mit ihrer Erektion haben keineswegs nur ältere Männer. Bereits mit 30 ist etwa jeder zehnte Mann betroffen. Mit zunehmendem Alter steigt aber das Risiko – ab 60 leidet rund jeder Dritte unter einer sexuellen Funktionsstörung.“


Erektile Dysfunktion war lange Zeit ein Tabuthema. Wodurch änderte sich das?

Rauchenwald: „1998 kam eine medikamentöse Therapie als Tablette auf den Markt. Erektile Dysfunktion wurde massiv in den Medien thematisiert, wodurch Tabus gefallen sind. Auch ärztliche Kollegen wurden angeregt, ihre Patienten auf die Problematik anzusprechen – was man gerne tat, denn es gab nun ja eine Möglichkeit der Behandlung.“

Was möchten Sie betroffenen Männern mitgeben?

Rauchenwald: „Wichtig ist, vor allem auch für junge Männer, die Message: Wenn Sie das Problem haben zu versagen, bitte zum Fachmann gehen und das Thema ansprechen! Oft steckt ein psychischer Leistungsdruck dahinter, der alleine durch das Gespräch geklärt werden kann oder es gibt medikamentöse Möglichkeiten, mit deren Hilfe die Sexualität wieder normal funktionieren kann.“

„Die Krankheit kann prinzipiell Männer aller Altersgruppen treffen. Etwa jeder zehnte 30-Jährige leidet unter Potenzproblemen. Hauptrisikofaktor für die Entstehung einer erektilen Dysfunktion ist aber das Alter. Ab 60 leidet rund jeder dritte Mann unter einer sexuellen Funktionsstörung.“
„Die Ursachen sind sehr vielseitig, da Nervensystem, Gefäßsystem und Psyche perfekt zusammenspielen müssen – ein komplexer Mechanismus. Vor allem ein hoher Stresslevel ist Gift für die Erektion.“
Die meisten Betroffenen tun sich schwer, ihre Schwäche einzugestehen und darüber mit der Partnerin oder einem Arzt zu sprechen. Der Rat des Urologen: „Wenn Sie das Problem haben zu versagen, bitte zum Fachmann gehen und das Thema ansprechen! Oft kann es schon im Gespräch geklärt werden oder es gibt medikamentöse Möglichkeiten.“
Die Häufigkeit von ED steigt weltweit. Die Gründe dafür: ungesunder Lebensstil und demografische Entwicklung.

Erektionsstörung: Harte Fakten

Risikofaktoren

Organische, psychische, aber auch interpersonelle und kulturelle Faktoren können eine Rolle spielen.Zu den häufigsten Risikofaktoren zählen:

  • Bluthochdruck

  • Zuckerkrankheit

  • Herzerkrankungen

  • Hohe Cholesterinwerte

  • Anhaltender Stress oder Partnerschaftsprobleme

  • Ungesunder Lebensstil wie Rauchen, exzessiver Alkohol- oder Drogenkonsum

1 Levine SB. Cleveland Clinic Journal of Medicine 2003

Möglichkeiten der Behandlung & was Mann selbst tun kann

Da die Ursachen für Erektionsstörungen vielfältig sind, sollte auch eine Therapie mehr als nur einen Aspekt behandeln. Primär gilt es also herauszufinden, welcher Auslöser hinter dem Problem liegt. Wenn Sie den Verdacht auf eine erektile Dysfunktion haben, sprechen Sie unbedingt mit Ihrem Arzt.

  • Gesündere Lebensweise: Insbesondere der Verzicht auf Nikotin und Alkohol sowie mehr körperliche Bewegung können sich positiv auswirken.

  • Sexualberatung / Sexualtherapie: Stehen seelische oder partnerschaftliche Probleme im Vordergrund, oder kommen sie bei organischer Ursache hinzu, sollte ein ausgebildeter Sexualtherapeut hinzugezogen werden.

  • Facharzt: Ein Gespräch mit dem Urologen kann sehr helfen, denn häufig steckt ein psychischer Leistungsdruck hinter dem Problem. Ist die Ursache (auch) körperlich bedingt, kennt der Arzt mehrere therapeutische Möglichkeiten.

 

Daneben gibt es verschiedene medizinische Möglichkeiten zur Behandlung einer Erektionsstörung. Wichtig: Nicht jede Therapie ist für jeden Patienten geeignet, denn es können Kontraindikationen oder potentielle Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten bestehen. Therapeutische Möglichkeiten zur Behandlung einer erektilen Dysfunktion sollten daher nur nach Rücksprache mit einem Facharzt in Erwägung gezogen werden. Folgende medizinische Möglichkeiten zur Behandlung einer erektilen Dysfunktion stehen heute zur Verfügung:

  • Orale Medikation: Bei Erektionsstörungen mit noch nicht sehr ausgeprägter Veränderung an den Blutgefäßen und Nerven kann eine Behandlung mit oraler Medikation helfen.

  • Schwellkörper-Autoinjektions-Therapie (SKAT): Injektion eines erektionsauslösenden Mittels in den Schwellkörper des Penis, unmittelbar vor Geschlechtsverkehr.

  • Vakuum-Erektionshilfen: Mechanisches Verfahren zur Behandlung von Erektionsstörungen.

  • Operationen: Kommt nur bei bestimmten Patienten und eher als letzte Behandlungsoption zum Einsatz.

Achtung Fälschungen

Potenzmittel zählen zu den am meisten gefälschten Medikamenten weltweit. Beachten Sie daher unbedingt folgende Sicherheitsregeln:

  • Ihr Arzt ist erster Ansprechpartner für rezeptpflichtige Arzneimittel. Nur von ihm erhalten Sie ein Rezept.

  • Kaufen Sie Medikamente nur in Apotheken. Rezeptpflichtige Arzneimittel dürfen in Österreich nicht über das Internet verkauft werden. Rezeptfreie Medikamente können auch über Online-Apotheken erworben werden. Eine Liste aller Apotheken in Österreich, die rezeptfreie Medikamente über das Internet verkaufen dürfen, finden Sie unter: www.gesundheit.gv.at

  • Nehmen Sie keine Medikamente ein, die Sie lose oder in Tüten erhalten. Seien Sie auch bei nicht vollständig verpackten Medikamenten (z.B. Blister ohne Umverpackung, fehlender Beipackzettel, unvollständiger Inhalt etc.) achtsam. Im Zweifelsfall kontaktieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

  • Wenn Sie eine Auslandsreise planen, decken Sie Ihren Medikamentenbedarf vorher ab.

  • Nehmen Sie keine Medikamente ein, von denen Sie nicht sicher wissen, woher sie stammen.

Schutz vor Arzneimittelfälschungen

Seit dem 9. Februar 2019 tragen rezeptpflichtige Arzneimittel neue Sicherheitsmerkmale auf der Verpackung. Sie sollen dazu beitragen, Patienten noch besser vor Fälschungen zu schützen.

Mehr Information

PP-PFE-AUT-0626/04.2019