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 „Im Winter 2003 / 2004 habe ich sehr viel geschwitzt – auch in der Nacht. Deswegen bin ich auch manchmal nass aufgewacht“, erinnert sich Herr Nistler. Ihn beunruhigte dieser plötzlich auftretende Nachtschweiß und deshalb suchte er seinen Hausarzt auf, der die ernste Situation Herrn Nistlers sofort erkannte.

Herr Nistler musste sich mehreren Untersuchungen unterziehen und erhielt nach einer Computertomographie (CT) die Diagnose „Nierenkrebs“: Auf seiner rechten Niere wuchs ein 11 Zentimeter großer Tumor, der bereits Metastasen gebildet hatte. Herrn Nistlers Tochter hatte zu diesem Zeitpunkt gerade ihr Medizinstudium beendet und wusste daher sehr genau, was diese Diagnose für ihren Vater bedeuten könnte. Mit den Befunden ihres Vaters wandte sich die verzweifelte Tochter an eine Onkologin, die sie aus einem ihrer Kurse aus dem Medizinstudium kannte. 

Textbeschreibung

Herr Nistler begab sich zu dieser Onkologin in Behandlung und wurde mit der damals etablierten Zytokin-Therapie behandelt. Er musste sich auch einer Operation an der Niere unterziehen und die Metastasen in der Lunge operativ entfernen lassen. Doch nach 6 Wochen wuchsen auch schon wieder die ersten Metastasen nach. 

„Da ist mir dann das Bewusstsein gekommen, wie endlich das Leben sein könnte“
Herr Nistler, Patient Nierenkrebs

Aber Herr Nistler hatte Glück: In wenigen Monaten sollte ein neues Medikament verfügbar sein – ein sogenannter Tyrosinkinase-Inhibitor. Herr Nistler erklärte sich bereit darauf zu warten und wurde als einer der ersten Patienten mit diesem damals neu verfügbaren Medikament behandelt. Nach jeder CT-Untersuchung hatte Herr Nistler immer mehr Grund zur Hoffnung: Zuerst blieb die Größe der Metastasen unverändert - sie wurden über die Zeit sogar kleiner - bis am CT-Befund im April 2007 keine Metastasen mehr zu erkennen waren.

Mittlerweile lebt Herr Nistler trotz metastasiertem Nierenkrebs seit über 12 Jahren - dank der Therapie. In dieser Zeit lernte Herr Nistler auch mit den Nebenwirkungen der Behandlung umzugehen: „Die Nebenwirkungen sind nicht weniger geworden, aber ich konnte besser damit umgehen.“ Und so ist Herr Nistler froh, dass bei ihm die Therapie gut wirkt.

„Als ich die Diagnose bekommen habe, war ich in einer schwierigen Phase meines Lebens. 13 Jahre später bin ich mit meinem Leben trotz Krankheit sehr glücklich.“
Herr Nistler, Patient Nierenkrebs

Herrn Nistler lebt seit über 12 Jahren mit metastasiertem Nierenkrebs. Damit ist seine Krankheit außergewöhnlich positiv verlaufen. Denn im Median* überleben Patienten mit Nierenzellkarzinom leider auch trotz moderner Behandlungsmöglichkeiten 3,5 Jahre.1

Diagnose Nierenkrebs Nistler
2004 wurde bei Herrn Nistler die Diagnose Nierenkrebs gestellt: Ein 11 Zentimeter großer Tumor auf seiner rechten Niere und Metastasen lautete die vernichtende Diagnose.
Behandelnde Ärztin Dr.Schmidinger
Seine behandelnde Ärztin begann die damals etablierte Therapie gegen Nierenkrebs. Diese blieb jedoch leider ohne Erfolg. Ein 2006 neu auf den Markt gekommener Tyrosinkinase-Inhibitor gab Patient und Ärztin wieder neue Hoffnung.
Leben mit einem metastasierten Nierenkrebs
Mittlerweile lebt Herr Nistler trotz metastasiertem Nierenkrebs bereits seit 12 Jahren - dank der Therapie. In diesen 12 Jahren hat er gelernt, mit den Nebenwirkungen der Therapie besser umzugehen und lässt sich dadurch nicht von seinen Hobbys – wie dem Radfahren – abhalten.
 Therapie mit dem Tyrosinkinase-Inhibitor
Nachdem er die Therapie mit dem Tyrosinkinase-Inhibitor begonnen hatte, verkleinerten sich die Metastasen auf Herr Nistlers CT-Befunden kontinuierlich, bis sie gar nicht mehr zu erkennen waren.

  

ÜBER NIERENKREBS

  • Nierenkrebs gehört zu den häufigen bösartigen Tumoren.2

  • Männer erkranken 1,5 mal häufiger daran als Frauen. Das durchschnittliche Erkrankungsalter von Nierenkrebs liegt bei etwa 70 Jahren.

  • Im Median* überleben Patienten mit Nierenkrebs etwa 3,5 Jahre.1

  • Zwischen 2012 und 2014 erkrankten in Österreich rund 1260 Menschen pro Jahr daran. 

  • In der Fachsprache bezeichnet man Nierenkrebs auch als „Nierenzellkarzinom“  oder „Hypernephrom“. 

URSACHEN2

Es gibt bestimmte Risikofaktoren, die die Entstehung von Nierenkrebs begünstigen können:

1. Spezielle vererbte Genvarianten können zu Nierenkrebs führen. Dazu zählen das von Hippel - Lindau -  oder  Birt-Hogg-Dubé-Syndrom.

2. Außerdem können folgende Faktoren die Entstehung von Nierenkrebs beeinflussen. Dazu zählen:

• Fettleibigkeit

• Chronische Niereninsuffizienz

• Rauchen

• Behandlung von hohem Blutdruck

• Berufe, in denen man langjährig Röntgenbestrahlung oder halogenierten Kohlenwasserstoffen ausgesetzt ist. Halogenierte Kohlenwasserstoffe kommen vor allem in Lösemitteln, Weichmachern und Pestiziden vor.3

Diagnose2

Besteht der Verdacht auf Nierenkrebs, wird zuerst der Bauch mittels unterschiedlicher bildgebender Verfahren untersucht. Dabei setzt man meist Ultraschall oder Computertomographie als Mittel der Wahl ein. Außerdem werden Blut und Urin im Labor untersucht.

Hat sich die Diagnose Nierenkrebs bestätigt, erfolgt die Untersuchung über die  Ausbreitung des Nierenkrebs mittels Computertomographie. Dabei wird bestimmt, ob und wie weit sich der Krebs im Körper verbreitet hat. Am häufigsten sind Lunge, Skelett, Leber und Gehirn betroffen. 

Im nächsten Schritt werden dem Patienten Gewebeproben entnommen, um so das Stadium (1 - 4) des Tumors zu bestimmen. 

Therapie2

Die Möglichkeiten der Behandlung von Nierenkrebs sind die Operation und/oder die medikamentöse Therapie. Für die Therapiewahl ist ausschlaggebend, wie weit der Nierenkrebs schon fortgeschritten ist. Hat sich der Krebs noch nicht auf andere Körperregionen ausgebreitet – hat also noch keine Metastasen gebildet – wird eine Operation durchgeführt. Dabei werden entweder nur Teile oder die ganze Niere entfernt. 

Metastasierter Nierenkrebs wird – wenn chirurgisch möglich – meist entfernt und dann  mit Medikamenten behandelt. Welche Medikamente zum Einsatz kommen und wie lange die Therapie jeweils fortgeführt wird, hängt von einigen Faktoren ab:

• der Prognose des Patienten

• einem möglichen Nicht-Ansprechen auf Medikamente

• ob ein Rückfall stattgefunden hat 

• ob die Erkrankung trotz der Medikamente weiter fortgeschritten ist 

• den Nebenwirkungen der Medikamente 

DABEI KÖNNEN MEDIKAMENTE AUS FOLGENDEN WIRKSTOFFKLASSEN ZUM EINSATZ KOMMEN:

Zielgerichtete medikamentöse Therapien4

Diese Medikamente greifen in die Signalwege des Tumorstoffwechsels ein: Sie sorgen dafür, dass der Tumor nicht mehr mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt werden kann. Sie richten sich daher speziell gegen bösartiges Gewebe. Zu dieser Gruppe zählen folgende Medikamentenklassen:

  • Tyrosinkinasehemmer
  • mTOR-Inhibitor

Immuntherapeutika4

Die klassische, unspezifische Immuntherapie unterstützt die Bekämpfung der Tumorzellen durch das eigene Immunsystem. 

Die moderne Immuntherapie verwendet sogenannte „Immun-Checkpoint-Inhibitoren“. Die Immun-Checkpoints wirken als „Bremsen“ im Immunsystem: Dadurch wird das Immunsystem „eingebremst“, damit es gesundes Gewebe nicht angreift. Die Krebszellen nutzen denselben Mechanismus, um nicht vom körpereigenen Immunsystem angegriffen zu werden. Immun-Checkpoint-Inhibitoren heben diese Hemmung auf. Dadurch kann das Immunsystem die Tumorzellen verstärkt attackieren.

*Median: Der Median ist der Wert, der genau in der Mitte der Datenverteilung liegt. Hat man eine Auflistung von Zahlenwerten, ist der Wert an der mittleren Stelle der nach der Größe sortierten Zahlen der Median: Bei diesen 5 Zahlenwerten 4, 6, 12, 17, 55 ergibt sich somit ein Median von 12. Im Gegensatz zum Durchschnitt beeinflussen extrem abweichende Ergebnisse den Median nicht. Das wird gut ersichtlich, wenn man den Median der 5 Zahlenwerte mit deren Durchschnitt vergleicht: Der Durchschnitt von 4, 6, 12, 17, 55 ergibt nämlich 18,8.

1 Schmidinger et al. The RELACS Study. 2017
2 Nierenzellkarzinom (Hypernephron) – Österreichische Gesellschaft für Hämatologie & Medizinische Onkologie. Zugriff am 13. Juni 2018 
3 Stefan Bleich et al.: Ökologisches Stoffgebiet. Stuttgart 2000.
4 Nierenkrebs-Therapie. Deutsche Krebsgesellschaft.  Zugriff am 13. Juni 2018

  

  

PP-PFE-AUT-0486/06.2018