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Andreas Tromayer, 48, litt beinahe die Hälfte seines Lebens unter schwerer Psoriasis. Eines Tages wachte der damals 15-Jährige mit Schuppenflechte auf dem gesamten Körper auf und war geschockt.

Erst 23 Jahre später sollte sein Leidensweg ein Ende finden. Bis dorthin musste Herr Tromayer einen Ärztemarathon mit vielen stationären und Kuraufenthalten hinter sich bringen. Es dauerte schon einige Jahre bis es überhaupt zu einer Diagnose kam. Teilweise waren die Symptome so schlimm, dass die Haut auf dem Rücken wie Leder war und bei starker Bewegung zu bluten begann. Auch beruflich hatte die Krankheit Auswirkungen: Als Elektriker durfte er nur mit langärmeliger Kleidung zu Kunden. Herr Tromayer machte die soziale Ausgrenzung sehr zu schaffen. Erst 2007 wurde er mit der richtigen Therapie beschwerdefrei.

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Menschen sind in Österreich von Psoriasis betroffen. (Dr. Julia Frühauf)

Quelle: http://bit.ly/2oTSqvP

„Ich bin mir oft vorgekommen wie ein Versuchskaninchen.“
Andreas Tromayer, 48, Psoriasis Patient

„Für mich ist eine Welt zusammen gebrochen. Über 80% meiner Körperfläche waren mit Schuppenflechte bedeckt. Ich habe mich vom ersten Augenblick an geschämt. Es war auch wirklich nicht schön anzusehen. Das kann man eigentlich gar nicht beschreiben, was da innerlich vor sich geht. Auch meine sportlichen Aktivitäten musste ich von heute auf morgen beenden. Ich habe mich zum Beispiel auch nie getraut, im Sommer kurzärmelig zu gehen, weil die Leute immer geschaut und getuschelt haben.

Ich habe Salben und Tabletten bekommen. Ich hatte stationäre Aufenthalte und Kuraufenthalte. Manchmal ist zwar kurz eine leichte Linderung eingetreten, aber wirklich geholfen hat eigentlich gar nichts. Oft waren die Beschwerden nach der Behandlung sogar größer als davor. Nach circa acht oder neun Jahren hat die Psoriasis dann auch meine Gelenke angegriffen.

Zum Glück habe ich zufällig auf einer Kur von einer neuen Therapie erfahren. Diese hat dann nach etwa drei Wochen gewirkt.

Ich würde jedem empfehlen, in die entsprechenden Gesundheitszentren zu gehen, sich ordentlich untersuchen und alle Therapiemöglichkeiten erklären zu lassen. Der Jetztzustand ist für mich wie ein Wunder. Die Lebensqualität ist enorm gestiegen. Ich kann im normalen Leben wieder alles machen. Ich kann jetzt wieder leben, wie ein normaler Mensch, was für mich unbezahlbar ist.“

Bild von Mann, der Bäume klein schneidet
Andreas Tromayer litt 23 Jahre, also beinahe die Hälfte seines Lebens an schwerer Psoriasis. Mit 15 Jahren wachte er eines Morgens auf, und fast sein ganzer Körper war mit Schuppenflechte bedeckt.
Portrait von Mann
Die Symptome waren so stark, dass sein Rücken teilweise wie Leder war. Wenn er sich gebückt hat, hat die Haut Risse bekommen und zu bluten begonnen.
Bild von Mann der auf einer Trage auf dem bauch liegt und von einer Ärztin untersucht wird
Sein Leidensweg führte ihn zu unzähligen Ärzten und vielen verschiedenen Therapien. „Oft waren die Beschwerden nach einer Therapie sogar größer als zuvor.“
Bild von einem Mann der auf dem Rücken liegt, den rechten Arm nach oben hebt und von einer Ärztin untersucht wird
Zufällig hat er während eines Kuraufenthalts von einer neuen Therapie erfahren.
Bild von einem Mann und einer Frau, die auf einer Wiese stehen und Händchen halten
„Meine Frau war die gesamten 23 Jahre meiner Krankheit bei mir. Dafür bin ich ihr sehr dankbar. Ohne sie hätte ich das nicht geschafft.“
Bild von einem Mann, der auf einem Fahrrad durch den Wald fährt
Eine frühzeitige Diagnose und eine angemessene Therapie können den Leidensweg massiv abkürzen. „Ich kann jetzt wieder leben wie ein normaler Mensch, was für mich unbezahlbar ist!“

Über Psoriasis 

Psoriasis, im Volksmund Schuppenflechte genannt, ist eine nicht ansteckende, chronisch-entzündliche Hauterkrankung, an der in Europa 2 bis 3% der Bevölkerung leiden, das entspricht etwa fünf Millionen Bürgern. Österreichweit sind etwa 250.000 Menschen betroffen. Psoriasis ist mehr als eine Hautkrankheit. Viele Betroffene fühlen sich stigmatisiert, die Krankheit raubt Lebensqualität. Eine Heilung ist nicht möglich, allerdings gibt es heute wirksame Therapien und jeder Patient kann selbst dazu beitragen, die Symptome zu dämpfen. Einige Ratschläge möchten wir Ihnen an dieser Stelle mit auf den Weg geben.

Symptome

Psoriasis zeigt sich durch scharf begrenzte, erhabene Hautstellen, die gerötet und verdickt sind. Die Herde sind mit silbrig-weißen Schuppen bedeckt, die Haut ist trocken, spannt und juckt bei etwa 80 % der Patienten. Die Herde befinden sich hauptsächlich an Ellenbogen und Knien, am Kreuzbein und am behaarten Kopf, in schweren Fällen ist die ganze Hautoberfläche betroffen. Typisch sind Veränderungen an den Nägeln mit dellenartigen Verformungen (Tüpfelnagel). Mitunter bildet sich eine gelblich schimmernde Hornschicht im Nagelbett, der psoriatische Ölfleck. Durch Kratzen an der Haut entsteht bei manchen Patienten ein Psoriasisherd (Köbner-Phänomen). Charakteristisch ist das schubweise, chronische Auftreten der Krankheit. Die Dauer der Schübe kann stark variieren – von Tagen bis zu Jahren. Auch die Stärke der Schübe und die Intervalle dazwischen sind unterschiedlich.

Psoriasis kann in jedem Lebensalter auftreten. Etwa 75 % der Patienten erkranken vor dem 40. Lebensjahr (Frühtyp, Typ 1). Der Spättyp (Typ 2) zeigt sich nach dem 40. Lebensjahr und verläuft meist leichter als der Frühtyp.

Ursachen

Die auslösenden Prozesse der Psoriasis sind nicht vollständig geklärt. Man geht davon aus, dass mehrere Faktoren eine Rolle spielen. Einer davon ist die Veranlagung. Psoriasis ist aber keine Erbkrankheit, weil allein die Anlage vererbt wird, auf bestimmte Reize mit Psoriasis zu reagieren. Ein erhöhtes familiäres Risiko bedeutet also nicht, dass die Krankheit sicher ausbricht. Umgekehrt können die Schübe auch dann auftreten, wenn Psoriasis in der Familie noch nie ein Thema war. Letztlich sind auch andere Faktoren ausschlaggebend: Infekte, Medikamente, chronische Entzündungen im Körper, der Fett- und Hormonstoffwechsel, Nikotin, Alkohol oder Stress.

Laut der gängigen Lehrmeinung gilt Psoriasis als Autoimmunerkrankung. Das bedeutet, dass sich spezielle Abwehrzellen des Immunsystems gegen die Zellen des eigenen Körpers richten. Wiener Forscher zeigten allerdings, dass Psoriasis offenbar eine Hauterkrankung ist, die Auswirkungen auf das Immunsystem hat – und nicht umgekehrt. Weitere Studien werden folgen. Was auch immer sie zeigen werden: Das Immunsystem ist definitiv beteiligt.

Therapie

Psoriasis ist nicht heilbar. Verschiedene Behandlungsansätze können die Symptome allerdings deutlich lindern.

Im Wesentlichen gibt es drei Behandlungsmöglichkeiten:

  • topische Therapien zum Auftragen auf die Haut

  • systemische Therapien, bei denen Medikamente entweder eingenommen oder gespritzt werden

  • Lichttherapien

Broschüren und weitere Informationen

PP-PFE-AUT-0409/01.2018