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Zur Bekämpfung der globalen COVID-19-Pandemie braucht es eine starke und flexible internationale Zusammenarbeit. Viele Partnerschaften sind bereits im Gange. Auch Pfizer und das deutsche Biotech-Unternehmen BioNTech haben ihre Kräfte gebündelt, um einen potenziellen Impfstoff auf Basis der sogenannten mRNA-Technologie zu entwickeln. Was hinter der Kooperation steckt und wie mRNA-Impfstoffe funktionieren.

Die Entwicklung von Impfstoffen ist ein kostspieliges, zeitaufwändiges und riskantes Unterfangen. In der aktuellen Krisensituation legen die beiden Unternehmen aber ein noch nie dagewesenes Tempo an den Tag. Da Pfizer und BioNTech bereits seit 2018 gemeinsam an der Entwicklung einer mRNA-Grippeimpfung arbeiten, konnte die Partnerschaft im Kampf gegen COVID-19 schnell in die Wege geleitet werden. Details der Vereinbarung werden derzeit noch finalisiert, die Entwicklung des Impfstoffkandidaten hat parallel dazu aber bereits begonnen. „So läuft das normalerweise nicht“, sagt Phil Dormitzer, Vice President und Chief Scientific Officer für virale Impfstoffe bei Pfizer. „Unsere schnelle Reaktion hat meine Erwartungen übertroffen. Die Initiative, dass wir alle unsere Ressourcen zur Verfügung stellen, um in dieser Gesundheitskrise zu helfen, kommt direkt von der Unternehmensleitung. So können wir die notwendigen Entscheidungen rasch treffen und unsere Aktivitäten schnell vorantreiben.“

Dormitzer, der am Pfizer Forschungsstandort Pearl River im Staat New York arbeitet, ist mit globalen Krankheitsausbrüchen bereits vertraut. Vor seiner Zeit bei Pfizer hat er 2009 im Kampf gegen das H1N1-Virus, das die sogenannte Schweinegrippe auslöst, mitgearbeitet. 2013 war er an der Bekämpfung des Influenza-A-Virus H7N9, das die Vogelgrippe auslöst, beteiligt. Die aktuelle COVID-19-Krise sei jedoch etwas völlig anderes, so Dormitzer. „COVID-19 hat die Pandemie-Stufe erreicht und betrifft zahlreiche Länder weltweit. Wir brauchen branchenweite Anstrengungen, um diese Krise zu bewältigen.“

mRNA (messenger-RNA oder Boten-RNA): Eine potentiell schnellere Formel für Impfstoffe

Bei der Produktion von herkömmlichen viralen Impfstoffen werden meist inaktivierte oder abgeschwächte Viren eingesetzt, die in kleinteiliger Arbeit fermentiert, gereinigt und gezüchtet werden müssen. Oder es kommen Teile (Oberflächenstrukturen) eines Virus zum Einsatz. Die Impfstoff-Produktion kann dadurch mehrere Monate in Anspruch nehmen.

Ein Grund, warum die mRNA-Technologie so praktisch ist, liegt darin, dass man nicht das Virus selbst dazu braucht, sondern nur seine genetische Sequenz.

Phil Dormitzer

Vice President und Chief Scientific Officer für virale Impfstoffe bei Pfizer

Mit der mRNA-Technologie kann dieser Prozess potentiell stark vereinfacht und verkürzt werden. Denn mRNA-Impfstoffe beinhalten nicht das Antigen des Virus, gegen das der Körper einen Schutz aufbaut, sondern lediglich den genetischen Bauplan dafür. Dieser Bauplan wird bei der Injektion des Impfstoffs in die Körperzellen eingeschleust. In der Folge produziert die Körperzelle selbst das Antigen. Wie auch bei herkömmlichen Impfstoffen erkennen die Immunzellen dann das Antigen und bauen einen Schutz auf. Auch wenn der Prozess einfach klingt, ist das Verfahren hinter der Entwicklung von mRNA-Impfstoffen komplex. Auch gilt es bei vielen Forschungsansätzen noch offene Fragen zu klären und bislang ist kein Impfstoff auf Basis der mRNA-Technologie am Markt verfügbar.

Illustration die den Unterschied zwischen herkömmlichen Impfstoffen und mRNA-Impfstoffen erklärt

Die Krise überwinden

BioNTech hat bereits eine Reihe möglicher mRNA-Impfstoffe synthetisiert und geht davon aus, dass die klinische Erprobung eines potenziellen Coronavirus-Impfstoffes bereits im April in Deutschland in einer kleinen Studie mit gesunden Freiwilligen beginnen kann. Parallel dazu wird Pfizer seine Expertise in der Forschung, Produktion sowie der präklinischen, klinischen und serologischen Testung (bei der gemessen wird, ob das Immunsystem auf eine Impfung reagiert) einbringen. Die Zusammenarbeit zwischen Pfizer und BioNTech ist bereits gut etabliert. „Die Teams haben davor schon im Rahmen der Erforschung eines mRNA-basierten Grippeimpfstoffs eng zusammengearbeitet“, so Dormitzer. „Das hat es uns ermöglicht, unsere Forschungsaktivitäten gegen COVID-19 sofort zu starten.“ In den kommenden Wochen und Monaten wollen die Unternehmen mit Behörden zusammenarbeiten, um auch die klinische Prüfung des Impfstoff-Kandidaten potenziell beschleunigen zu können, sowie Produktion, Testverfahren und Lagerkapazitäten hochzufahren.

Bild einer Forscherin im Labor die eine Pipette in der Hand hält

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PP-PFE-AUT-0785/03.2020