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Die Entwicklung von Gentests, neue Diagnose-Tools sowie Fortschritte bei Behandlungsmöglichkeiten eröffnen neue Perspektiven für Patienten. 

Die Überlebenschance bei Brustkrebs ist in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen. Das sind gute Neuigkeiten für rund 5.500 österreichische Frauen, die voraussichtlich im Jahr 2017 diese Diagnose bekommen werden. In den letzten Jahren haben sich Forscher intensiv mit Gen- und Immuntherapien, sowie mit anderen innovativen Behandlungsmöglichkeiten auseinandergesetzt, um die Krankheit präziser diagnostizieren und behandeln zu können. Ein Überblick zu vier Durchbrüchen der jüngsten Zeit:

Brustkrebs Diagnose Arzt Eine von acht Frauen erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs

1. 3-D Mammografie

3-D Mammografie ist auch als Tomosynthese oder „Tomo“ bekannt. Damit kann das Brustgewebe aus mehreren Winkeln gescannt und ein digitales 3-D Bild der Brust erstellt werden. Verglichen mit einem 2-D Bild können Ärzte das Gewebe so Schicht für Schicht analysieren, was vor allem bei der Untersuchung von dichtem Brustdrüsengewebe deutliche Vorteile bringt.

Die jüngsten Empfehlungen der European Society of Breast Imaging sprechen für diese bahnbrechende Methode: Die Brust-Tomosynthese verbessert die Krebserkennung und soll zum künftigen Routineverfahren beim Mammografie-Screening werden.1

2. Tumor Profiling

Lange Zeit entschieden lediglich zwei Hauptfaktoren über die passende Brustkrebs-Behandlung: das Stadium des Tumors und ob eine signifikante Anzahl an bestimmten Hormonrezeptoren vorhanden ist. Letzteres ist ein Indikator dafür, wie die Erkrankung verlaufen wird.

Heute gehen Ärzte einen Schritt weiter. Sie erstellen genaue „Tumor-Profile“ und prüfen, ob bestimmte Mutationen im Tumor vorkommen. Basierend darauf wählen sie die passende Therapie aus. Denn viele Medikamente setzen hier gezielt an: Anstatt den Krebs relativ unspezifisch und breit anzugreifen, zerstören sie zielgerichtet Krebszellen mit bestimmten Gen-Mutationen und verschonen dabei möglichst die gesunden Zellen. Das kann Behandlungen wirksamer und deutlich verträglicher machen.

3. Immuntherapie

Fortschritte der Immuntherapie-Forschung haben in den letzten Jahren große Hoffnungen geweckt – insbesondere bei der Behandlung von Melanomen und Lungenkrebs. Der Ansatz dahinter klingt einfach: Wissenschaftler wollen das körpereigene Immunsystem dazu befähigen, Krebszellen zu erkennen und eigenständig zu vernichten. Die Herausforderung: Tumorzellen nutzen vielfältige Mechanismen, um vom Immunsystem nicht als „fremd“ oder „krank“ wahrgenommen zu werden und entkommen dem Angriff daher oft. 

Beim Brustkrebs glaubten Experten bis vor kurzem, dass er immunologisch unsichtbar sei – also das Immunsystem Brustkrebs-Zellen generell nicht erkennen kann. Daher gibt es bisher nur wenige Untersuchungen zu diesem Thema. Die Ergebnisse einiger klinischer Studien deuten nun jedoch darauf hin, dass die Immuntherapie zukünftig auch bei zwei weniger häufigen, aber aggressiven Subtypen, nämlich bei HER2-positivem und Triple-negativem Brustkrebs, Erfolge erzielen könnte.

4. Neue Behandlungen für metastasierten Brustkrebs

2017 werden ungefähr 5.500 Frauen in Österreich die Diagnose Brustkrebs bekommen. Wird der Krebs früh erkannt, ist die Aussicht auf Heilung dank moderner Behandlungsmöglichkeiten heute sehr gut. 

Bei jeder dritten Brustkrebspatientin bilden sich allerdings – teilweise auch viele Jahre nach der Ersterkrankung – Metastasen in anderen Organen. Häufig betroffen sind Knochen, Lunge, Gehirn und/oder Leber. Man spricht in diesem Stadium von fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs. 

Obwohl es nach wie vor keine Heilung für den metastasierten Brustkrebs gibt, konnten jüngste Durchbrüche in der Behandlung die Situation für betroffene Frauen deutlich verbessern. Neue Medikamente helfen dabei, den fortgeschrittenen Krebs besser zu kontrollieren und tragen damit zu einer verbesserten Lebensqualität der Patientinnen bei.

   

1 https://www.aerzteblatt.de/archiv/187405/Brustkrebsscreening-Tomosynthese-ante-portas 

PP-PFE-AUT-0308/07.2017

  

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