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Technologie als GPS der Pharmaindustrie.

Judy Sewards – Vice President and Head of Digital Innovation bei Pfizer Inc. - spricht im Interview über Veränderungen in der Industrie und Pfizers strategischen Fokus. 

©Susanne Einzenberger für Forbes

Wo sehen Sie die größten Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung? 

Sewards: Die Entwicklung eines Medikaments dauert rund zwölf Jahre – und dieser Prozess hat sich lange nicht verändert. Für nur ein einzelnes Medikament kann es mehr als tausend Wissenschafter brauchen, die fast 5.000 Moleküle testen. Finden sie darunter ein vielversprechendes, sind noch viele klinische Studien mit oft tausenden von Patienten nötig. Unsere Chance ist es, diesen Prozess mithilfe von Technologien wesentlich zu beschleunigen. Die härteste Nuss, die wir zu knacken haben, ist der Sprung vom Experimentieren hin zu echten Veränderungen. Wir alle lieben Experimente und großartige Ideen. Aber um Innovation systematisch voranzubringen, braucht es Zeit, den Fokus auf Details und vor allem einen Patientennutzen. 

Welche Strategie verfolgt Pfizer in diesem Bereich? 

Sewards: Für uns ist Digital Health etwas, was uns hilft, bessere Medikamente zu entwickeln und sie mit den Patienten zusammenzubringen, die sie brauchen. Die Bereiche, in die wir investieren, konzentrieren sich darauf, wie wir das besser, schneller oder geschickter machen können. Zum Beispiel investieren wir in eine maßgefertigte Version von Watson’s Discovery Advisor, um potenzielle neue Immunonkologika zu identifizieren. Ein anderes Feld ist Mobilität – hier geht es darum, den Zugang für Patienten zu klinischen Studien zu vereinfachen. 

Was denken Sie über die Zusammenarbeit mit Start-ups? 

Sewards: Wir sind heute ein Pharmaunternehmen und keine Technologiefirma. Ein Teil unseres Erfolgs hängt daher von unserer Fähigkeit ab, gut mit Unternehmen und Institutionen zusammenzuarbeiten, die neue, zukunftsweisende digitale Lösungen und Datenanwendungen entwickeln. Die Kooperation mit Start-ups ist ein essenzieller Teil davon. Wir arbeiten aktiv mit der globalen Start-up-Community zusammen. Das passiert über unsere lokalen Innovation Hubs, wie jenes in Berlin. 

Was fasziniert Sie persönlich am Bereich Digital Health

Sewards: Die Vielzahl an möglichen Lösungen und wertvollen Angeboten, die im Moment in den Köpfen so vieler entstehen und erforscht werden. Es ist eine wirklich aufregende Zeit. Aber ich denke auch, nur weil wir etwas tun können, heißt das nicht, dass wir es auch tun sollten. Der Unterschied zwischen einer Idee und einer Innovation ist die Frage: „Ist es für die Patienten von Bedeutung?“ Dies sollte unser Maßstab und Leitfaden sein. Denn wenn es keinen Unterschied für Patienten macht, löst es vermutlich kein echtes Problem.

“Durch die Digitalisierung befindet sich unsere Branche mitten in einer wissenschaftlichen Renaissance.”
Judy Sewards

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