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Viele von uns kennen das sicher: Man bekommt Medikamente verschrieben, die man regelmäßig einnehmen muss – aber an einem Tag vergisst man die Pillen und am anderen nimmt man sie viel zu spät ein. Intelligentes Design von Medikamentenverpackungen kann das verhindern. 

Um eine Krankheit erfolgreich zu behandeln, ist die richtige Einnahme der verschriebenen Medikamente essentiell: Wenn Medikamente nicht wie verordnet eingenommen werden, kann das negative Auswirkungen auf den Verlauf der Erkrankung und auch auf die Lebensqualität haben. Auch das Gesundheitssystem wird durch die falsche Einnahme von Medikamenten finanziell belastet, da in weiterer Folge oft mehr Medikamente verschrieben werden müssen, um das gewünschte Behandlungsziel zu erreichen.

Als Gründe für die falsche Einnahme werden unter anderem Vergessen und zu komplexe Dosierungsvorschriften genannt. Diese Herausforderungen könnten durch intuitive und intelligente Lösungsansätze bei der Verpackung von Medikamenten besser bewältigt werden. 

INTUITIVE MEDIKAMENTENVERPACKUNG

Das Team um Jim Regan – er leitet die Abteilung Verpackungsdesign und –entwicklung bei Pfizer – versucht die Verpackungen von Medikamenten so zu gestalten, dass diese auch richtig eingenommen werden. Ein Beispiel dafür sind speziell geformte Öffnungen von Flaschen, die es nicht erlauben, mehr als fünf Tabletten auf einmal aus der Flasche zu schütten. 

Auch die  Lesekompetenz der Patienten ist bei dem Design von Medikamentenpackerln nicht unerheblich. So wurde ein Malaria-Medikament für einen Markt mit einer hohen Rate an Analphabeten mit Abbildungen versehen, wie das Medikament richtig einzunehmen ist.

„Es gibt einzelne Produkte, für die diese Luxus-Verpackungen Sinn machen könnten, aber für eine breite Anwendung sind sie nicht umsetzbar.“
Jim Regan – Leiter der Abteilung Verpackungsdesign
Jim Regan und sein Team verwenden ihr ganzes Hirnschmalz darauf, Medikamente in ihrer Handhabung so intuitiv wie möglich zu gestalten.

Trotzdem wollen wir Ihnen diese Luxusvarianten und Zukunftstrends der Packmittel für Medikamente nicht vorenthalten.

Das digitalisierte Medikamentenpackerl

Die Verpackung sieht aus wie ein normales Medikamentenpackerl, allerdings ist darauf noch zusätzlich ein kleines Display aus elektronischem Papier angebracht. Bei elektronischem Papier handelt es sich um dieselbe Anzeigetechnik, die auch bei E-Book-Readern angewandt wird: nicht-leuchtende, sogenannte passive Anzeigen. Diese digitalisierte Verpackung kann nicht nur den Verbrauch der Tabletten erfassen, sondern erinnert den Patienten mittels LED und einem Signalton auch an den korrekten Zeitpunkt, die Medikamente einzunehmen. Zusätzlich erhält der Patient eine Erinnerung, wenn er ein neues Rezept holen muss.

Der Prototyp verfügt auch noch über ein ganz spezielles Feature: Die Medikamenten-Verpackung kann sich via Bluetooth mit einer App auf dem Smartphone des behandelnden Arztes oder des Apothekers verbinden. Über diese App kann der Arzt oder Apotheker dann die individuellen Dosierungsangaben auf dem Display der Verpackung anzeigen lassen.

Das Medikamentenpackerl mit integriertem Sound-Modul

Sie kennen bestimmt die Grußkarten, die beim Öffnen eine Melodie abspielen. Diese Technik kann auch bei der Verpackung  von Medikamenten genutzt werden: Die wichtigsten Informationen zu einem Produkt, wie die richtige Einnahme des Medikaments und Nebenwirkungen, können über das Sound-Modul laut vorgelesen werden. Speziell für sehbehinderte Menschen stellt das eine wesentliche Erleichterung bei der Einnahme von Medikamenten dar und hilft die Adhärenz zu verbessern. 

Noch handelt es sich bei einigen dieser Verpackungstypen um kostspielige Alternativen zu herkömmlichen Medikamentenverpackungen im Prototypen-Stadium. Doch wer weiß, was Medikamentenpackerln in 10 Jahren bereits alles können: Dann könnten sie vielleicht online ein Rezept vom Arzt anfordern und das Medikament gleich online bestellen – und alles, bevor das Packerl leer ist.



PP-PFE-AUT-0500/07.2018

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