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Der schützende „Mutterinstinkt“ beginnt bereits in der Gebärmutter (Plazenta). Denn ab dem zweiten Drittel der Schwangerschaft leitet die werdende Mutter wichtige krankheitsbekämpfende Antikörper über die Plazenta an ihren Fötus weiter. Durch diesen sogenannten „Nestschutz“ kann das Immunsystem von Neugeborenen bereits manchen Krankheitserregern standhalten und potenzielle Infektionen abwehren.

Mit fortschreitender Schwangerschaft gibt die werdende Mutter immer mehr schützende Antikörper, sogenannte Immunglobuline G (IgG), an ihr Baby weiter. Dieser „Vorrat“ an Schutz ist von entscheidender Bedeutung, denn kurz nach der Geburt sind Kinder am anfälligsten für Infektionen.

Damit dieser wichtige Prozess funktioniert, muss die schwangere Frau diese krankheitsspezifischen Antikörper durch früheren Kontakt mit dem Erreger oder durch eine Impfung erworben haben. Während das eigene Immunsystem des Neugeborenen reift und bis es sich selbst durch Impfungen im Baby- und Kleinkindalter vor Infektionen rüsten kann, schützen es somit die mütterlichen Antikörper (siehe Grafik).

Aktuell werden in klinischen Studien gezielt mütterliche Impfstoffe zum Schutz Neugeborener entwickelt. Darunter ein Impfstoff zum Schutz vor respiratorischen Synzytial-Virus-Infektionen (RSV), eine Ursache für potenziell lebensbedrohliche Atemwegsinfektionen bei Neugeborenen. Auch ein Impfstoff zum Schutz vor Streptokokken der Gruppe B (GBS), einer bakteriellen Infektion, die zu Lungenentzündung, Meningitis und Blutinfektionen führen kann, wird erforscht. Sowohl für RSV als auch für GBS steht bis dato kein Impfschutz zur Verfügung.

PP-PFE-AUT-0771/03.2020