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Welt-Meningitis-Tag: Wir teilen alles – manchmal auch unbewusst!

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Der 24. April ist Welt-Meningitis-Tag und gibt Anlass zur Aufklärung. Meningitis – also Hirnhautentzündung – ist eine potenziell sehr gefährliche Erkrankung, die meist von Mensch zu Mensch übertragen wird. Auslöser sind neben Viren, Pilzen oder Parasiten in vielen Fällen bestimmte Bakterien – unter anderem die Meningokokken. Sie verbreiten sich still und heimlich bei engem persönlichem Kontakt. Darunter fällt das Küssen, aber auch das gemeinsame Verwenden von Zigaretten, Getränken oder Kosmetik. Ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht in größeren Menschenmengen wie etwa auf Parties, Festivals oder in Studentenwohnheimen. Betroffen sind daher besonders häufig Jugendliche. Die gute Nachricht: Vor Meningokokken-Infektionen und dieser Form der bakteriellen Meningitis kann man sich heute durch Impfungen schützen. Noch wird das Angebot hierzulande allerdings nicht in ausreichendem Maße genutzt. Jährlich werden 27 bis 100 Meningokokken-Erkrankungsfälle registriert. Zwischen fünf und 15 Prozent aller Erkrankungen pro Jahr gehen tödlich aus.1 2016* ist die Zahl der Erkrankungen erstmals seit 2009 wieder angestiegen.5

Der wissenschaftliche Name für Meningokokken lautet Neisseria meningitidis (N. meningitidis). Fünf Subgruppen (A, B, C, W und Y) verursachen 90 Prozent aller weltweiten Meningokokken-Erkrankungen.2 Besonders gefürchtet sind die invasiven Meningokokken-Erkrankungen. Dabei entzünden sich die schützenden Membranen von Gehirn und Rückenmarkskanal (Meningitis oder Hirnhautentzündung) oder die Bakterien gelangen in die Blutbahn (Sepsis oder Blutvergiftung). 30 Prozent jener, die eine Blutvergiftung bekommen, überleben die Erkrankung nicht.

In Österreich werden jährlich 27 bis 100 Meningokokken-Fälle gemeldet. Davon geht ein Großteil (50 bis 74 Prozent) auf das Konto der Subgruppe B und 10 bis 30 Prozent auf jenes der Subgruppe C.1 Am häufigsten betroffen sind Kinder im ersten Lebensjahr und Jugendliche. „Säuglinge und Kleinkinder erkranken deswegen leichter, weil ihr Immunsystem noch nicht ausgereift ist und daher mit solchen Keimen noch nicht umgehen kann“, erläutert Prim. Univ.-Prof. Dr. Karl Zwiauer, Vorstand der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde am Universitätsklinikum St. Pölten. „Bei Jugendlichen fördert das soziale Verhalten und der enge Kontakt untereinander, wie es zum Beispiel auf Parties, in Internaten, Studentenheimen oder beim Bundesheer der Fall ist, die intensive Auseinandersetzung mit dem für das Immunsystem neuen Erreger.“ Zwischen 2003 und 2016 sind in Österreich 90 Personen (hauptsächlich Kinder und Jugendliche) an den Folgen einer Meningokokken-Infektion verstorben.1

Langzeitschäden nicht ausgeschlossen

„Jene, die überleben, bleiben manchmal ein Leben lang durch die Folgen der Krankheit beeinträchtigt“, berichtet Impfexperte Zwiauer. Sieben Prozent tragen neurologische oder Entwicklungsstörungen davon, vier Prozent einen Hörverlust. Bei drei Prozent kann eine Amputation von Gliedmaßen auftreten. Weitere 13 Prozent leiden unter großflächiger Narbenbildung und mehr als 20 Prozent unter chronischen Schmerzen.1

Innerhalb weniger Stunden von Gesundheit zum Tod

„Was Meningokokken-Erkrankungen so gefährlich macht, ist, dass sie sehr rasch fortschreiten können“, so Zwiauer. Zwischen ersten Symptomen und Todesgefahr liegen manchmal nur 24 bis 48 Stunden. Das Zeitfenster für lebensrettende Behandlungen ist also denkbar kurz. Noch dazu sind erste Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel oder Erbrechen schwer von anderen und häufigeren Infektionen zu unterscheiden.

Jugendliche als Überträger

Ob die Party oder das Musikfestival – Meningokokken fühlen sich in Menschenmengen wohl. Bei engem persönlichem Kontakt können sie sich einfach verbreiten. Das geht besonders gut über das Küssen, aber auch in der WG oder beim gemeinsamen Verwenden von Zigaretten, Tassen, Make-up und anderen Gegenständen. Jugendliche und junge Erwachsene sind aufgrund ihres sozialen Verhaltens Risikogruppe und häufigste Überträger zugleich. Denn auch wenn man selbst nicht erkrankt, kann man die Keime (die meist im Rachenraum sitzen) an andere weitergeben.

Erkrankungsfälle wieder gestiegen – Impfen kann schützen

Gegen alle fünf Serogruppen existieren mittlerweile Impfstoffe, wodurch die Ausbreitung der Meningokokken-bedingten Erkrankungen weltweit reduziert werden konnte.3 In Österreich gingen die Fallzahlen von 49 im Jahr 2011 auf 26 im Jahr 2015 zurück.4 2016 ist die Zahl der Erkrankungen allerdings erstmals seit 2009 wieder angestiegen – es wurden 37 Fälle gemeldet.5

Bis jetzt ist es nicht möglich, alle Bakterien-Subtypen (sog. Serogruppen) durch einen einzigen Impfstoff abzudecken. Es gibt Impfstoffe gegen Meningokokken B, Meningokokken C und einen Kombinationsimpfstoff gegen Meningokokken der Gruppen A, C, W135 und Y (MEC-4). Alle drei werden im Österreichischen Impfplan – herausgegeben vom Gesundheitsministerium – für bestimmte Personengruppen empfohlen. Zwiauer: „Auch wenn Meningokokken-Infektionen nicht sehr häufig vorkommen, sollte man seine Kinder auf keinen Fall dieser Gefahr aussetzen. Die Impfstoffe sind gut verträglich und können von jedem Arzt verabreicht werden.“ Der kombinierte Impfstoff ist übrigens auch im kostenfreien Kinder-Impfprogramm enthalten.

Pfizer Vaccines – Prävention durch Impfstoffe

Pfizer setzt seit Jahren auf die große Bedeutung von Impfstoffen für die Gesundheit. Zwei Impfstoffe zum Schutz vor Meningokokken C und FSME produziert das Unternehmen sogar im niederösterreichischen Orth an der Donau. Daneben forscht Pfizer auch an neuen Impfstoffen, unter anderem gegen schwere Infektionskrankheiten, die durch die Bakterien Staphylococcus aureus und Clostridium difficile ausgelöst werden können. Derartige Impfstoffe gewinnen insbesondere vor dem Hintergrund steigender Antibiotika-Resistenzen an Bedeutung.5 Auch therapeutische Impfstoffe, etwa gegen Krebs, stehen im Fokus der Pfizer Forschung.

Pfizer – Gemeinsam für eine gesündere Welt

Wenn Menschen krank werden, kann sich vieles für sie verändern – ein oft schwieriger Weg beginnt. Bei Pfizer arbeiten rund 97.000 Mitarbeiter weltweit daran, Patienten auf diesem Weg zu unterstützen. Sie erforschen, entwickeln, produzieren und vertreiben moderne Arzneimittel und Impfstoffe zur Behandlung oder Vorbeugung von Krankheiten wie Krebs, Rheuma oder Schmerz. Der Unternehmens-Hauptsitz von Pfizer liegt in New York. In Österreich beschäftigt Pfizer derzeit rund 520 Mitarbeiter an zwei Standorten: Dem Vertriebsstandort in Wien und dem Produktionsstandort für Impfstoffe in Orth an der Donau. Um mehr über Pfizer zu erfahren, besuchen Sie uns auf www.pfizer.at oder folgen Sie uns auf Twitter unter @pfizeraustria

PP-PFE-AUT-0464/04.2018

Pressekontakt

Natalie Kager, MA

External Communications Manager 

Pfizer Austria
Tel.: 00 43 1 521 15 854
Mobil: 00 43 67 68 92 96 85 4
Mail: presse.austriapfizer.com