Inhaltsbereich überspringen

Textbeschreibung: Vorsicht Fälschung - Was steckt in gefälschten Medikamenten

Abnehmen ohne Nebenwirkungen, Potenzmittel ohne Rezept, rauchfrei in 10 Tagen. So oder so ähnlich werben Medikamentenfälscher im Internet. Der Käufer erleidet nicht nur finanziellen Schaden, sondern geht auch ein gesundheitliches Risiko ein.

„Also ich möchte drei Hauptfälle unterscheiden. Das erste ist, das Medikament ist zwar gefälscht, aber es enthält die gleichen Inhaltsstoffe in der gleichen Menge, sie sind auch so deklariert und es gibt einen Beipackzettel wie das Original. Hier ist das Risiko gering. Der zweite Fall ist ein Arzneimittel, in dem gar kein Wirkstoff enthalten ist, das heißt, Sie nehmen an und Ihr Arzt, dass Ihre Krankheit zum Beispiel krebsadequat behandelt wird. Das ist aber nicht der Fall, mit all den negativen Folgen. Und der dritte Fall ist, eine Wirksubstanz ist enthalten, die ist aber gar nicht deklariert. Das heißt, sie nehmen an, das ist ein Naturprodukt, das hochwirksam ist und keinerlei Nebenwirkungen hätte. Das ist aber nicht der Fall, sondern es ist ein Wirkstoff drin, der erhebliche Nebenwirkungen machen kann. Wir müssen immer wieder sagen, es gibt keine Wundermittel.“

Die per Internet bestellten Medikamentenfälschungen kommen über den Luft- oder Seeweg nach Europa. Seit diesem Jahr setzen Zollfahnder eine Spürhündin ein. Kita ist deutschlandweit die erste Spürhündin, die Arzneimittel erschnüffelt.
„Man kann sagen, diese Kita ist der Schrecken der Schmuggler.“
Die beschlagnahmten Fälschungen landen in den Laboren der Bundeszollverwaltung. Dort wird die Zusammensetzung der Tabletten, Pulver und Salben untersucht.
„Die Produkte sind mittlerweile von so hoher Qualität, sowohl die Tablette selbst, als auch die Tablettenstreifen, in denen die verpackt sind, als auch die Umverpackung mit den Farben, mit den Drucken, dass man das als Laie so nicht erkennen kann, dass es sich um ein gefälschtes Präparat handelt.“

Die aktuellen Untersuchungsergebnisse belegen einen weltweiten Trend bei Fälschungen. 16% enthalten falsche Wirkstoffe, bei 17% zeigt sich eine falsche Menge des Originalwirkstoffs und mehr als 50% der Fälschungen enthalten überhaupt keinen Wirkstoff.
„Ein Beispiel vielleicht aus Südamerika, dort ist eine Fälschung einer Schmerztablette gefunden worden und in dieser Fälschung war Kakerlakengift enthalten und die gelbe Farbe dieser Fälschung stammte von einer Straßenfarbe, einer bleihaltigen Straßenfarbe und damit die Tablette schon glänzt hat man sie dann noch mit Bonerwax, der eigentlich für den Boden gedacht ist, dann noch blank poliert.“

„Auf unserer Internetseite zeigen wir konkret Produktbeispiele Original und Fälschung, sodass der Verbraucher unterscheiden kann, wie das Original und die Fälschung aussehen, wo er Sicherheitsmerkmale findet, um sich selbst auch vor Fälschungen zu schützen.“
Der Handel mit gefälschten Medikamenten ist für die Kriminellen sehr lukrativ. Es geht um ein Milliardengeschäft und nicht um die Gesundheit von Patienten und Verbrauchern.