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Textbeschreibung: Sabine Petzl über gesundes Altern

Interviewerin: Im Rahmen der Interviewreihe der Initiative „Get Old“ freut es mich, Sabine Petzl zu begrüßen. Frau Petzl, es ist kein Geheimnis, Sie sind 49 Jahre alt. Ist das Glas halb voll, oder halb leer?

Petzl: Grundsätzlich gehe ich so durchs Leben, dass ich sage, das Glas ist halb voll.

Interviewerin: Wie machen Sie Menschen weit jenseits der 50 Mut, zu ihrem Alter zu stehen?

Petzl: Ich glaube, dass man auch stolz sein kann ganz einfach, auf gelebte Jahre, auf Dinge, die man erreicht hat, auf Dinge, die man auch noch nicht erreicht hat. Die darf man auch mit Stolz erwähnen. Wie wir gerade erwähnt haben, geht es wirklich darum, dass man versucht, seine Träume zu leben. Dass man versucht, sich mit Menschen zu umgeben, die einem guttun, weil das lernt man auch erst mit den Jahren. Es ist ein Privileg, das man hat, in einem gewissen Alter.

Interviewerin: In Ihren Rollen spielen Sie meistens sehr starke, dynamische Frauen.

Petzl: Ja, es ist ganz oft so, dass natürlich in den Rollen ein bisschen etwas von einem selber mitschwingt, das ist ganz klar. Wir beide, Sie und ich, wir wissen auch, dass wir morgens nicht genauso aus dem Bett fallen und dass wir gute und schlechte Tage haben. Dass wir an einem Tag uns stark fühlen, und am nächsten Tag vielleicht nicht, weil das Schicksal uns auch gewisse Aufgaben mitbringt. Mutter sein, lenkt einen ja herrlich davon ab, überhaupt darüber nachzudenken, wie die Jahre verfliegen. Ich denke eigentlich über das Älter werden bewusst nie nach und bin Ihnen eigentlich auch ganz dankbar für dieses Interview, weil ich dadurch eigentlich gezwungen war, sich mal bewusst zu werden und sich Gedanken zu machen über dieses Thema.

Interviewerin: Eine noch weniger bekannte Rolle der Sabine Petzl ist die der Geschichtenerzählerin. Um welche Werte geht es Ihnen dabei?

Petzl: Ja, „Kibuki“ ist mein ganz großes Herzensprojekt. Das habe ich ins Leben gerufen, als mein Sohn sozusagen im Kindergartenalter war und Kinder sind die Zielgruppe für „Kibuki“, das Kinderbuch-Kino. Und im Wesentlichen richtet es sich eigentlich an die Eltern, die inspiriert werden sollen, wieder angesteckt werden sollen, wieder ein bisschen mehr Bilderbücher vorzulesen.

Interviewerin: Sie sagen selbst, Sie spielen gerne in bunten Filmen mit. Was wird das Leben von Sabine Petzl in zwanzig oder dreißig Jahren bunt machen?

Petzl: Ich hoffe natürlich, in erster Linie Menschen, die mir guttun, Dinge, die mir guttun, Projekte, die mir guttun. Es steht noch viel auf der TO DO List. Ich hoffe, dass sich das meiste davon noch unterbringen lässt.

Interviewerin: Vielen Dank! Es war schön mit Ihnen zu sprechen. Ich wünsche Ihnen viel Freude und viele, viele Träume!

Petzl: Danke, ebenfalls!