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Stellenwert von Lorviqua beim fortgeschrittenen ALK-positiven nicht-kleinzelligen Lungenkrebs

 

OA Dr. Michael Schumacher (Linz)

Also bei den ALK-positiven Patienten verwenden wir derzeit üblicherweise in der Erstlinie eine Therapie mit Alectinib (Alecensa®) und gerade nach Alectinib verwenden wir jetzt das Lorviqua® als einzige derzeit zugelassene Substanz nach Alectinib oder nach mehrfach vorbehandelten Patienten. Es ist auch so, dass bei diesen Patienten Hirnmetastasen häufig sind und gerade da ist es wichtig, dass diese Patienten eine gut hirnwirksame Substanz bekommen und da haben wir mit dem Lorviqua® eine wirklich sehr gute Möglichkeit die Metastasenbildung im Gehirn anzuhalten oder zu bremsen.

OA Dr. Maximilian Hochmair (Wien)
Der Stellenwert von Lorviqua® (Lorlatinib) ist ein extrem wichtiger in der Therapie des ALK-translozierten Patienten. Ungefähr vier bis sieben Prozent der Patienten haben eine ALK-Translokation. In der Regel beginnen wir mit einem Alectinib weil wir mit der ALEX-Studie die besten Erstliniendaten gesehen haben. In der zweiten Linie können wir jetzt das neu zugelassene Präparat Lorlatinib einsetzen. Bei dieser Erkrankung wo typischerweise nie rauchende Patienten, junge Patienten betroffen sind, ist es ganz wichtig, möglichst viele orale Medikationen die gut vertragen werden zur Verfügung zu haben, um den Patienten ein möglichst langes, chemotherapiefreies Überleben anbieten zu können und mit dem Lorviqua® haben wir wirklich eine tolle Substanz für den Patienten.

Wie beurteilen Sie das Nebenwirkungsprofil von Lorviqua®?

Prinzipiell ist es leicht zusammenzufassen: Lorviqua® ist eine extrem gut verträgliche Substanz. Wir haben über 40 Patienten schon mit Lorlatinib in unserer Abteilung behandelt und man kann es zusammenfassen: sehr gut verträglich. Im Unterschied zu den anderen ALK-Inhibitoren, wo zum Beispiel ein CK-Anstieg (Creatinkinase), Muskelspasmen typisch sind, habe ich das bei Lorlatinib eigentlich nicht gesehen, beziehungsweise ist es auch im Profil nicht beschrieben. Typischerweise muss man eine Lipide abnehmen, eine Hypercholesterinämie und eine Hypertriglyceridämie wären typisch, das ist aber sehr leicht mit Statinen zu behandeln. Ödeme sind, wenn sie auftreten, durch Dosisreduktion leicht zu beheben. In der Literatur sind auch beschrieben: neurologische Beschwerden in sehr seltener Form, die habe ich bei den ALK-translozierten Patienten noch nicht gesehen, bei den Patienten die ich betreut habe bisher kein Problem gewesen also prinzipiell eine sehr gut verträgliche Substanz die man jetzt für unsere Patienten anbieten kann.

OA Dr. Michael Schumacher (Linz)
Wir haben im Compassionate Use Programm Patienten mit Lorviqua® behandelt, das ist richtig. Wir haben sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Behandlung ist einfach, wir haben durch die 100mg Dosierung, einfach einmal täglich eine Tablette zur Verfügung für die Patienten. Die Nebenwirkungen sind wirklich äußerst überschaubar. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Erhöhungen der Fette und des Cholesterinum, also Hypercholesterinämie, Hypertriglyceridämie. Das kann man mit Statinen sehr gut in den Griff bekommen, es ist kein Grund eine Therapie deswegen abzubrechen. Es gibt auch die Möglichkeit die Dosis zu reduzieren, z.B. bei einer Patientin haben sich geringgradige Ödeme entwickelt, das hat die Patientin als unangenehm empfunden, wir haben die Therapie dosiert, also die Dosis erniedrigt auf 75mg, dann sind die Ödeme verschwunden und wir haben die Patientin normal, mit gleicher Wirkung weiter therapieren können.