Das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) ist ein hochansteckendes Virus, das die Atemwege befällt. In der Regel wird es durch Tröpfchen beim Husten oder Niesen übertragen. Die Ansteckung ist aber auch durch Kontakt mit Nasen-/Rachensekret oder über kontaminierte Oberflächen möglich. 1
In den meisten Fällen verursacht RSV nur milde Infektionen der oberen Atemwege. Allerdings kann sich die Infektion auch auf die unteren Atemwege ausbreiten und Atemwegsverengungen, eine Überempfindlichkeitsreaktion der Bronchien oder eine Verschlechterung von Asthma und anderen chronischen Erkrankungen der Lunge, des Herzens oder des Nervensystems zur Folge haben. Vor allem bei Säuglingen, älteren Menschen und Personen mit bestimmten Vorerkrankungen kann RSV zu schweren Erkrankungen der unteren Atemwege führen, die eine Behandlung im Krankenhaus erforderlich machen und in seltenen Fällen tödlich verlaufen können.1
Grundsätzlich können Menschen jeden Alters an diesem Lungenvirus erkranken. Auch jene, die sich gesund und fit fühlen. Ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe haben jedoch Säuglinge in den ersten sechs Lebensmonaten und Menschen ab 60 Jahren.1,2 Mit zunehmendem Alter lässt die Leistungsfähigkeit des Immunsystems nach, wodurch der Körper Infektionen schlechter abwehren kann. Bestehende Vorerkrankungen können das Risiko schwer zu erkranken zusätzlich erhöhen.1,2 Bei Säuglingen, älteren Menschen und Personen mit bestimmten Vorerkrankungen kann RSV schwere Krankheitsverläufe verursachen.3
Zusätzliche Informationen zu RSV-Infektion finden Sie hier.
Angesichts der möglichen schweren Krankheitsverläufe ist ein guter Schutz vor RSV besonders für Risikogruppen wichtig. Zwar können der Kontakt zu Erkrankten und konsequente Hygienemaßnahmen das Ansteckungsrisiko verringern; im Alltag lässt sich dies jedoch nicht immer konsequent umsetzen. Zudem können Infizierte das Virus bereits vor dem Auftreten erster Krankheitszeichen weitergeben.
RSV-Impfungen können das Risiko RSV-bedingter Erkrankungen der unteren Atemwege reduzieren. Der Impfplan Österreich empfiehlt die RSV-Impfung für bestimmte Alters- und Risikogruppen für Menschen mit erhöhtem Risiko empfohlen!
Für Neugeborene und Säuglinge sowie für bestimmte besonders gefährdete Kleinkinder steht ein monoklonaler Antikörper zur passiven Immunisierung zur Verfügung. Er ist Teil des kostenfreien Impfprogramms. Auch eine Impfung während der Schwangerschaft (in der 24.–36. Schwangerschaftswoche) kann den Säugling ab der Geburt bis zum Alter von sechs Monaten vor RSV-bedingten Erkrankungen der unteren Atemwege schützen: Die gebildeten Antikörper werden über die Plazenta auf das ungeborene Kind übertragen und bieten bereits in den ersten Lebensmonaten Schutz (mütterliche Immunisierung). Diese Impfung ist jedoch nicht Teil des kostenfreien Kinderimpfprogramms.1
Nach dem österreichischen Impfplan wird die RSV-Impfung allen Personen ab dem 60. Lebensjahr empfohlen. Besonders für
ältere Menschen (vor allem über 75-Jährige)
Bewohner*innen von Alten- und Pflegeheimen
Außerdem empfohlen für Personen ab dem 18. Lebensjahr (unabhängig vom Alter):
mit schweren Organerkrankungen (z. B. Herz- oder Lungenerkrankungen)
die bereits ein- oder mehrmals schwer an RSV erkrankt sind
mit einer Krebserkrankung
nach Stammzell-, CAR-T Zell-Therapie
mit schweren Grunderkrankungen der Atemwege, des Herzens, der Nieren, des Stoffwechsels oder des Nervensystems, die regelmäßig verschreibungspflichtige Medikamente einnehmen und ärztlich kontrolliert werden müssen.
mit Adipositas (BMI ≥ 30)
mit HIV-Infektion sowie bei primären oder sekundären Immundefekten/Immunsuppression
Wussten Sie, dass
Ältere Menschen sowie Personen mit Vorerkrankungen oder einem geschwächten Immunsystem haben ein erhöhtes Risiko für einen schweren RSV-Verlauf. Deshalb ist die Impfung für diese Gruppen besonders wichtig.1
Deshalb: Reden Sie mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Apothekerin bzw. Ihrem Apotheker über eine RSV-Impfung!
Stand der Information: Oktober 2026
Quellen: